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Beim Bikram Yoga läuft der Schweiß.

Bikram Yoga zählt zu den körperlich anstrengendsten Yoga-Arten. Warum macht man so etwas – und ist das eigentlich gefährlich?

Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Was heißt Bikram?

Bikram Choudhury ist der Erfinder des nach ihm benannten Yoga-Stils. Nach einer Knieverletzung hat er Ende der Sechzigerjahre in Mumbai die bis heute bekannte Abfolge der Yoga-Übungen entworfen. Sie bestehen aus zwei Atemübungen und 24 Yoga-Haltungen, die immer in der gleichen Reihenfolge ausgeführt werden sollten. Begonnen wird mit dem Halben Mond, die letzte Übung ist der Wirbelsäulendrehsitz. Davor und danach wird tief geatmet. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland in vielen größeren Städten Bikram-Studios.

Was ist an Bikram Yoga so besonders?

Viele Yogis schwitzen dabei enorm: Bikram Yoga wird bei einer Raumtemperatur von etwa 40 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent praktiziert – und das über insgesamt 90 Minuten. Jede einzelne Übung soll sich auf einen speziellen Teil des Körpers auswirken. Weil es im Yogaraum so heiß wird, tragen die Yogis sehr leichte Sportbekleidung.

Wofür ist das gut?

Durch die Raumtemperatur und das Schwitzen wird der Körper dehnbarer. In der Yoga-Szene spricht man auch oft von Entgiftungen, die bei den hohen Graden stattfinden – wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht. Bikram-Anhänger sind sich jedoch sicher: Bikram Yoga verbessert außerdem den Sauerstofftransport und das Gleichgewichtsgefühl, stärkt den Rücken und baut Stress ab.

(Bild: Lynn Redmile, CC BY 2.0, https://flic.kr/p/9iC1tt)
Kann man durch Bikram abnehmen?

Anders als bei anderen Yoga-Stilen steht beim Bikram Yoga die Fitness im Vordergrund. Pro Session sollen zwischen 500 und 700 Kalorien verbrannt werden. Außerdem werden Muskeln aufgebaut und der Stoffwechsel angeregt. Wer Bikram regelmäßig praktiziert, kann dadurch also durchaus abnehmen.

Wenn man nicht richtig atmet, kann das zu Schwindelattacken führen.
Wird einem dabei nicht schwindelig?

Ja, gerade am Anfang kann das passieren: Die hohe Raumtemperatur und die ungewohnten Bewegungsabläufe, zum Beispiel die Rückwärtsbeuge, können dem Kreislauf zusetzen. Bevor man zum Bikram geht, sollte man also viel trinken. Und wenn man während des Kurses merkt, dass der Körper eine Pause braucht, sollte man sich auch lieber hinsetzen oder sogar -legen. Wichtig ist auch, auf die eigene Atmung zu achten: Wenn nicht genügend ein- und wieder ausgeatmet wird, kann das auch zu Schwindelattacken führen.

Ist Bikram Yoga gefährlich?

Zumindest ist es durchaus umstritten: Kritiker warnen davor, dass die andauernde Hitze die Gefahr einer Kreislaufstörung erhöhe. "Das kann beim Yoga aber auch generell passieren", sagt der Sportmediziner Klaus-Michael Braumann von der Uni Hamburg. Er sehe die hohe Raumtemperatur viel kritischer: "Ganz allgemein gesagt ist Hitze für den Körper immer eine Belastung. Vor allem das Herz-Kreislaufsystem wird dabei beansprucht. Stellen Sie sich einfach vor, Sie machen in der Sauna Yoga."

Hitze ist für den Körper immer eine Belastung.
Klaus-Michael Braumann, Sportmediziner
Wer sollte lieber kein Bikram Yoga praktizieren?

Bikram Yoga ist nicht für jeden geeignet. "Menschen mit einem vorgeschädigten Herz-Kreislaufsystem sollten vorsichtig sein", warnt Klaus-Michael Braumann, denn gerade dieses werde stark gefordert. Dazu gehören auch Menschen mit einem zu hohen oder niedrigen Blutdruck. Braumann rät dazu, vorher zum Arzt zu gehen und das eigene Herz-Kreislaufsystem überprüfen zu lassen.

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