Bild: dpa/Christian Charisius

Der spanische Fußballstar Andrés Iniesta hatte zum Dreikönigstag mit seiner Familie für ein Bild posiert – und dabei die Heiligen Drei Könige zu Besuch. Das Foto teilte er auf Twitter und Instagram.

Das Bild sollte eigentlich einen schönen Anlass zeigen. Aber was zu sehen war, fanden viele alles andere als schön.

Das Problem auf dem Iniesta-Foto: Zwei der Könige hatten sich die Gesichter schwarz angemalt, ein klarer Fall von Blackfacing

Unter dem Tweet haben sich fast 4000 Kommentare gesammelt, viele werfen Andrés Iniesta Geschmacklosigkeit oder Rassismus vor. Sonst bekommt er eher 50 bis 100 Reaktionen auf seine Tweets.

  • Das ist Blackfacing: Ein Weißer malt sich schwarze Farbe ins Gesicht, um einen Schwarzen "zu spielen". Die rassistische Praxis kommt aus den USA. In Comedy-Shows des 18. und frühen 19. Jahrhunderts hatten sich Darsteller bemalt, um sich über Schwarze lustig zu machen (Tagesspiegel). 

Vor allem in den Niederlanden gibt es noch die Tradition des "Zwarte Piet", in Deutschland und Österreich gibt es am Dreikönigstag auch immer wieder Sternensinger, bei denen einer bemalt ist. Mittlerweile sind sich aber viele einig, dass Blackfacing rassistisch und absolut unangebracht ist – außer bei der österreichischen FPÖ.

Andrés Iniesta hat das nun auch erkannt - und sich für das Foto entschuldigt.

Er habe "niemanden verletzten" wollen mit dem Bild, ließ Iniesta am Mittwoch, drei Tage nach dem ursprünglichen Posting, über sein Management mitteilen. "Er möchte sich bei all den Menschen entschuldigen, die sich beleidigt fühlen könnten", hieß es zudem in der Erklärung. (The Local)

War überhaupt einer der Heiligen Drei Könige schwarz?

Nicht im Ursprung. Die Bibel spricht im Matthäusevangelium nur von "Sterndeutern" und meint damit Magier. Erst im 6. Jahrhundert werden sie zu Königen, erst in der Kunst des 10. und 11. Jahrhunderts werden sie zu Afrikanern, Asiaten und Europäern. Historiker gehen davon aus, dass die drei Sterndeuter bis dahin als Weise aus dem arabischen oder persischen Raum galten.


Gerechtigkeit

Australien will der aus Saudi-Arabien geflüchteten Rahaf ein Visum geben
So geht es in ihrem Fall weiter.

Weil die 18-jährige Rahaf ein Leben in Freiheit führen, sich nicht falsch verstanden Islam-Vorschriften unterwerfen und sich von ihrer Familie in Saudi-Arabien befreien möchte, hat sie beschlossen, das Land zu verlassen. (bento)

Seit Tagen kann man Rahaf Mohammed al-Qununs Geschichte auf Twitter verfolgen.

Über 100.000 Menschen sind Zeugen der Qualen, die Rahaf derzeit durchmachen muss. Ursprünglich wollte sie von Kuwait nach Australien fliegen. Bei einem Zwischenstopp wurde sie allerdings in Bangkok festgesetzt.

Thailand, das Land, in dem sich Rahaf derzeit befindet, hat bereits deutlich gemacht, dass sie dort kein Asyl bekommen kann. Ein Lichtblick: Kanada, Australien, aber auch der deutsche Botschafter haben ihre Hilfe angeboten.

Nun hat Australien zugesagt, ihr ein Visum geben zu wollen.

  • Wie das australische Innenministerium in einer Stellungnahme gegenüber "Bloomberg" schrieb, soll "der UNHCR den Fall von Frau Rahaf Mohammed al-Qunun an Australien überwiesen" haben, "um eine Umsiedlung in Betracht zu ziehen". 
  • Bereits diesen Donnerstag ist die australische Außenministerin in Bangkok angekommen, um persönlich mit Rahaf zu sprechen. (Bangkok Post)
  • Noch befindet sich Rahaf aber nicht auf dem Weg nach Australien – denn noch ist das Visum nicht erteilt. Das Innenministerium werde ihren Fall "auf übliche Weise prüfen", heißt es.