Bild: Boris Roessler/ dpa

Am Samstag ist die Surf-WM im französischen Biarritz gestartet und mit dabei ist auch Afridun Amu, 29. Er ist in Afghanistan geboren, einem Land ohne Meer. Erst vor zehn Jahren hat er mit dem Surfen begonnen und trotzdem tritt er jetzt gegen die ganz Großen aus der Szene an. 

Seine Geschichte zeigt, wie Sport bei der Integration helfen und Vorurteile abbauen kann. 

Afridun kam mit fünf Jahren nach Deutschland, als in Afghanistan der Bürgerkrieg war. Er ging in Göttingen in den Kindergarten, studierte später in Berlin Jura und Kulturwissenschaften und arbeitet heute am Max-Planck-Stiftung für Frieden und Rechtsstaatlichkeit in Heidelberg, wie er der Deutschen Presse-Agentur erzählte. (Badische Zeitung) Mittlerweile hat er einen deutschen Pass, darf aber trotzdem für Afghanistan antreten. 

Zum Wellenreiten kam Afridun erst mit 19 nach dem Abitur, erzählt er in einem Interview mit der "FAZ". "Seitdem versuche ich, so oft wie möglich ans Meer zu kommen. Aber den Großteil des Jahres bin ich in Deutschland", sagt er. Aber derzeit sei er am Ellenbogen verletzt und könne nur mit Schmerzmitteln und gegen den Rat der Ärzte ins Wasser. 

"Ich werde früh rausfliegen", sagt er, auch weil sein Trainingspensum gar nicht mit dem eines richtigen Profis vergleichbar sei. 

(Bild: Boris Roessler/ dpa)
Doch um das Siegen geht es Afridun auch gar nicht. 

Vor drei Jahren gründete er mit einem Freund zusammen den afghanischen Wellenreiter-Verband, offiziell anerkannt von der International Surfing Association (ISA). Einen großen Stellenwert hatte Surfen bis dahin in Afghanistan nicht. 

Damals erzählte Afridun dem "UniSPIEGEL": "Eine große Diaspora existiert in Kalifornien und Australien, wo Surfen sehr beliebt ist." In dem Verband sollten sich erst einmal alle surfenden Afghanen austauschen können und gleichzeitig sollte dem Rest der Surf-Community Afghanistan näher gebracht werden.

Tatsächlich schaffte es der afghanische Wellenreiter-Verband über eine Crowdfunding-Aktion seine erste Meisterschaft zu organisieren. Die wurde 2015 in Portugal ausgetragen, in Afghanistan fehlte schließlich das Meer. Teilnahmebedingung: Afghanischer Meister konnte werden, wer einen Elternteil hat, der in Afghanistan geboren wurde. Der Sieger hieß am Ende Afridun Amu. Damit sicherte er sich auch die Teilnahme an der WM. 

Nach der WM, die noch bis zum 28. Mai geht, will Afridun weiter daran arbeiten, dass die Surf-Community in Afghanistan wächst. Er träumt davon, dort ein Jugendteam aufzubauen, jungen Menschen Perspektiven zu bieten. Surfen könne man zum Beispiel in den Wellen eines Flusses – gar nicht weit von Kabul. (Badische Zeitung/ dpa

Der Sport hat Afridun selbst in der Jugend viel gegeben. "Ich habe als kleines Kind extrem viel Sport gemacht: Basketball, Fußball, Schwimmen, Judo, andere Kampfsportarten. Viele Freunde habe ich in Vereinen gefunden",  sagt Afridun der "FAZ"

Aber den Sport in Afghanistan zu fördern, ist nicht sein einziges Anliegen. "In den Medien geht es beim Thema Afghanistan immer nur um Krieg und Terror, das ist aber nur eine Seite." Dieses Bild will er ändern:

"Als Surfer reist man viel und wenn andere Menschen einen langhaarigen, afghanischen Surfer treffen, geht es plötzlich nicht mehr um Burka, Krieg oder radikalen Islam. Dann wollen sie wissen, ob es Hipster in Afghanistan gibt, oder welche Musik dort gehört wird.​"

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