Empfehlungen aus unserer Facebook-Gruppe "Queer in Deutschland"

Zum Welttag des Buches gibt es Leseempfehlungen an allen Ecken. Kulturschaffende, Autorinnen und Autoren, die gesammelte Kritiker-Prominenz – alle haben Tipps, welche Werke wir gerade gut finden sollen. Wir wollten Bücher finden, die nicht jeder kennt – und haben Menschen nach queerer Literatur gefragt, die es vielleicht am besten wissen.

In unserer Facebook-Community "Queer in Deutschland" sind mehr als 1200 junge Menschen, die sich für LGBT-Themen interessieren. Auf unsere Frage haben wir viele Vorschläge erhalten: Es geht um Liebesgeschichten, große Abenteuer und um queere Science-Fiction. Hier ist eine Auswahl ihrer Tipps:

1.

"Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag

(Bild: Michael Tasca)

Warum ist dieses Buch spannend und worum geht es? Jasminka aus unserer Gruppe meint:

Bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" gehts um ein Mädchen, das mit ihrem Vater umzieht, mit der Situation eigentlich total unzufrieden ist, sich dann aber total gut mit dem Nachbarsmädchen versteht. 

Anika sieht es ähnlich:

"Den Mund voll ungesagter Dinge" ist mein absolutes Lieblingsbuch.

Hannah sagt:

Ein wunderbarer Young-Adult-Roman mit einer Gefühlsachterbahn und kribbelnden Sommer-Schmetterlingen im Bauch. Er lädt zum Träumen ein und beschreibt die Liebesgeschichte ohne die üblichen gesellschaftlichen Schwierigkeiten. Das mag nicht jedermanns Sache sein, ist jedoch eine klare Empfehlung von mir, wenn ihr eine aufregende Liebesgeschichte sucht, die sich darauf fokussiert, was sie ausmacht: die Liebe.

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2.

"Die Muschelöffnerin" von Sarah Waters

(Bild: Getty Images)

Worum es geht? Katja fasst die Geschichte so zusammen:

Es geht um eine junge Frau, die im 19. Jahrhundert in England zur Männerdarstellerin wird – quasi ein Dragking, aus moderner Sicht. Das Buch folgt ihr durch Höhen und Tiefen – besonders interessant finde ich gerade die Dragelemente in der Geschichte.

3.

"So beschissen schön ist nur das Leben" von Shaun David Hutchinson

Hannah sagt: 

Ein ruhiges Buch mit einer sehr nahbaren Darstellung der Trauerphasen und Schuldgefühle, wenn man als Einziger überlebt. Es ist lustig, zugleich aufwühlend und gnadenlos, auch wenn manche Geschehnisse etwas vorhersehbar sind. Trotzdem hat es mich sehr mitgerissen. Die LGBT+-Thematik wird ganz nebenbei eingewoben, ohne aufdringlich zu wirken. Besonders hervorzuheben ist die Einbindung der Graphic Novel, die Drews Gefühlswelt auf auflockernde Weise mehr Tiefe verleiht.

4.

"Die Mitte der Welt" von Andreas Steinhöfel

(Bild: dpa)

Ein bekannter Jugendbuch-Klassiker, den viele Menschen unserer Community empfohlen haben.

Bastian meint:

"Die Mitte der Welt" ist ein sehr schöner Jugendroman. Er ist so schön feinfühlig geschrieben und lässt es zu, sich gut in den sensiblen Protagonisten Phil hineinzuversetzen. Auch dieser leicht melancholisch-nachdenkliche Grundton, der sich durch die gesamte Geschichte zieht, gefällt mir sehr.

5.

"Ein Lied für meine Tochter" von Jodi Picoult

(Bild: Getty Images)

Hannah fasst das Buch zusammen: 

"Ein Lied für meine Tochter" behandelt die Themen Selbstfindung, das Bedürfnis, Mutter zu sein und eine Familie zu gründen, die Welt der Musik, religiöse Radikale und den Kampf um sein Glück im Gerichtssaal. Das sind sehr viele Themen gleichzeitig in einem Roman, die mir auch selbst manchmal einen Ticken zu viel wurden; die aber in der Umsetzung sehr gut unter einen Hut gebracht werden und für ordentlich Spannung und Dramatik sorgen. 

Besonders gut gefällt ihr dabei:

Der Aspekt des inneren Coming Outs nimmt einen vergleichsweise kleinen Teil der Geschichte ein, was mich persönlich sehr angesprochen hat. Es darf in der heutigen Zeit auch einfach mal so sein, dass man sich nicht für krank oder falsch hält, wenn man seine Homosexualität entdeckt.

6.

"George" von Alex Gino

Patrick erzählt:

In "George" geht es um ein junges trans Mädchen, die in einem Schultheaterstück gerne die Spinne Charlotte spielen möchte, aber nicht darf, weil alle sie als Junge sehen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Kelly schmiedet sie aber einen Plan, wie sie der Welt zeigen kann, was für eine fantastische Charlotte sie sein kann und endlich das Mädchen sein darf, das sie ist.

7.

"Das Meer mit dir" von Lisa Radtke

Akiko schreibt dazu: 

Es ist eine Coming-Out-Story, verbunden mit der ersten Beziehung. Neben viel Ernsthaftigkeit ist auch etwas zum Schmunzeln dabei und es werden auch ein paar Lesbenklischees auf die Schippe genommen.
(Bild: Colibrette44 )

Warum die Geschichte so toll ist, verrät November: 

Ich mag an den Geschichten, dass sie so divers sind. Sie gehen auf unterschiedliche Geschlechter ein und machen das auf eine fantastische Art. Ich würde sie empfehlen, weil sie einfach etwas besonderes sind. Menschen, die sich mit den geschlechtsneutralen Ansprachen nicht auskennen, sollten unbedingt einen Blick hinein werfen.

Kristoph fasst die Geschichte so zusammen: 

Eine super Liebesgeschichte mit vielen queeren Charakteren. Dadurch, dass die Hauptperson jeden Tag in einem anderen Körper lebt, zeigt die Geschichte schön wie liebe nur abhängig von der Person und unabhängig vom Geschlecht und aussehen sein kann außerdem erlebt er dadurch, dass er zum Beispiel an einem Tag im Körper eines trans-Jungen lebt, sehr authentisch die Gefühle von verschiedenen queeren Menschen.

Noch ein Tipp von Hannah. Sie sagt:

Nie habe ich auch nur irgendwo eine so echte und nahbare Darstellung des inneren Coming-Out-Prozesses erlebt. Man fühlt sich wieder wie 15, aber auf eine gute Weise. Gewissermaßen kann man durch Aristoteles und Dante ein Stückchen mehr Frieden mit sich schließen.

Queer in Deutschland

Du lebst queer oder interessierst dich für das Thema? In unserer Facebook-Gruppe diskutieren wir über queeres Leben in Deutschland. Hier kannst du Mitglied werden.

Wir nehmen nur Menschen in unsere Community auf, die ein echtes Interesse an LGBTQ-Themen zeigen und noch im bento-Alter sind. Ein vertrauter Austausch ist uns wichtig. Deswegen kann es manchmal etwas dauern, bis neue Anfragen beantwortet werden.


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