Bild: Genders*

Es ist eine dieser Situationen, in denen jedem das Herz klopft: Johanna und Sebastian sind seit kurzer Zeit ein Paar. Sie ist zum ersten Mal bei ihm im Bett, die beiden liegen sich in den Armen, sie küssen sich, fangen an, sich gegenseitig zu berühren. So weit, so durchschnittlich. Aber Sebastian hat ein Geheimnis: 

Er ist transgender. Und Johanna weiß nichts davon. 

Momente wie dieser machen die "erste deutsche Trans-Webserie Genders*" zu etwas Besonderem: Im Stil einer Doku-Soap verfolgt sie den Alltag von fünf queeren Menschen, vier davon sind trans. Das Ganze erinnert ein bisschen an Berlin Tag und Nacht.

"Genders*" zeigt, wie vielfältig und facettenreich Transmenschen sind, und dass es eben nicht nur die eine Trans-Erfahrung gibt, sondern viele verschiedene Arten, seine Identität zu finden, zu festigen und auszuleben. 

Philip wird in Genders* zu Pia.
Mir haben in meiner Jugend immer Identifikationsfiguren gefehlt. 

Denn ich bin selbst trans und konnte froh sein, wenn überhaupt irgendwo ein Charakter trans war; wenn sich im Fernsehen mal jemand einen Binder übergezogen hat, um die Brust zu verkleinern, oder wenn offen über Hormontherapien gesprochen wurde. Davon, dass auch Transmenschen als Menschen mit Beziehungen, Emotionen und Tiefe dargestellt werden können, reden wir da noch gar nicht! 

Die Macherinnen von "Genders*" hingegen zeigen ihre queeren Hauptfiguren, die übrigens alle auch von queeren und transgeschlechtlichen Darstellern gespielt werden, nicht nur als Opfer von Hass und Diskriminierung – sondern als Menschen, die Träume und Ziele haben, die fröhlich und ausgelassen sein können, die Freundschaften pflegen und solidarisch sind. 

Es tut einfach gut, seine Identität endlich mal irgendwo repräsentiert zu sehen.

Schön ist auch, dass neben Transfrauen auch Transmänner und nonbinäre Menschen in den Fokus gerückt werden – also Menschen, die sich weder dem einen noch dem anderen Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen. Als jemand, der selbst nonbinär ist, habe ich mich darüber natürlich sehr gefreut, denn Transmänner und nonbinäre Menschen sind in der Popkultur quasi nicht-existent. Es tut einfach gut, seine Identität endlich mal irgendwo repräsentiert zu sehen. 

Wer sich jetzt allerdings eine aufwendig produzierte Serie a la "Sense8", "Eastsider", "Orange is the New Black" oder "Transparent" erhofft, wird  enttäuscht.

Johanna weiß nicht, dass Sebastian transgender ist.

Denn hinter der Serie steckt der Verein "queerblick" in Zusammenarbeit mit dem Kölner LGBT-Jugendzentrum "anyway". Gefördert wurde das Projekt außerdem durch die Aktion Mensch – alles in allem sind also keine Filmprofis am Werk, und das merkt man: Die Serie trumpft nicht gerade mit herausragenden schauspielerischen Leistungen auf, auch die Handlung wird vermutlich die wenigsten Zuschauerinnen umhauen.

Notwendig ist "Genders*" trotzdem.

Nicht als künstlerisches Meisterwerk. Aber als Inspiration für Filmschaffende, als ein weiterer kleiner Beitrag, der das Thema ins gesellschaftliche Bewusstsein trägt und als Orientierungshilfe für junge Menschen, die ihre Identität noch nicht ganz gefunden haben und sich nach einer Serie sehnen, die in einer schwierigen Situation etwas Hoffnung spendet.

Hier kannst du dir Genders* anschauen.  


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Diese 12 Tweets fassen die erste Folge Dschungelcamp perfekt zusammen

Es ist wie immer bei der ersten Folge Dschungelcamp: Man verbringt viel Zeit bei Google, um herauszufinden, warum die Teilnehmer sich überhaupt "Star" nennen können. Matthias Mangiapane, David Friedrich, Tina York – nie gehört? 

Egal. 

Auch wenn man die Hälfte der RTL-Promis nicht kannte, gab es am Freitagabend viel zu Lachen. Im Angebot zum Auftakt der zwölften Staffel: Ratten-Sex, jemand, der das Klo beim Pinkeln verfehlt hat, einen Milchdrüsen-Snack oder ein Geographie-Quizze, bei dem Griechenland in der Nähe von Berlin verortet wurde.

Hier kommt eine Zusammenfassung, in 12 Tweets. Los geht's: