The L-Word kommt zurück! Nach zehn Jahren erscheint Ende dieses Jahres eine neue Staffel der Serie. Sie soll aus acht Episoden bestehen und Ende 2019 ausgestrahl werden. Zusätzlich zu wiederkehrenden Charakteren soll es laut Showtime eine "neue Generation von LGBTQIA-Charakteren geben, die Liebe, Herzschmerz, Rückschläge und Erfolg in Los Angeles durchleben." (Buzzfeed News

Die Erfindering der Serie, Ilene Chaiken, wird die Serie produzieren, hauptverantwortlich soll allerdings Marja-Lewis Ryan sein. Ryan ist vor allem durch ihr Drehbuch für das LGBT-Drama "The Four-Faced Liar" bekannt geworden. Die Schauspielerinnen Jennifer Beals, Kate Moennig, and Leisha Hailey sollen außerdem als Produzentinnen an der Serie mitwirken.

(Bild: Giphy )

Als 2004 die erste Episode von “The L-Word” ausgestrahlt wurde, waren lesbische Frauen in der Popkultur eher selten zu sehen – wenn überhaupt, sah man Charaktere, die fast jedes Klischee bedienten: Kurze Haare, Karohemd und kratzbürstig. Wenn man von der kurzen Phase absieht, in der Madonna bei den MTV Music-Awards mit Britney Spears geknutscht  und die Band t.A.T.u. ihren großen Hit "All the things she said" hatte.

In den meisten amerikanischen Highschool-Filmen gab es Footballspieler und Cheerleader, in deutschen Serien gab es Oliver Pocher in “Sternenfänger”. Alles sehr straight.

Wer nach Filmen mit lesbischen Charakteren gesucht hat, fand "Lost and Delirious", "But I’m a Cheerleader" und dann sehr viele Softpornos, die man sich eher nicht anschauen wollte. Das Angebot war begrenzt.

Wer sich bei einer lesbischen Frau ein bisschen im DVD-Regal umschaut, wird in vielen Fällen irgendwann mindestens eine Staffel von "The L-Word" finden. 

Denn bis heute ist es die einzige bekannte Serie, in der es fast ausschließlich um das Leben von lesbischen Frauen geht.

In der Serie geht es um eine Gruppe von Frauen in Los Angeles. Die Charaktere sind divers. Schwarz, weiß, kurze Haare, lange Haare. Die Frauen in "The L-Word" führen Leben, wie man sie auch überall sonst findet. Sie gründen Familien, machen Karriere - struggeln aber auch mit sich und ihrem Leben. 

Dabei spielen zum Beispiel auch Trans- und Homophobie eine Rolle, erzählt an der Geschichte von Max, der in der Serie eine Geschlechtsangleichung durchlebt. 

Gleichzeitig thematisiert die Beziehung zwischen Bette und Tina das Thema Rassismus: Bette ist schwarz und führt eine Langzeitbeziehung mit Tina, die weiß ist. Als die beiden sich dazu entscheiden, ein Kind zu bekommen, lässt sich Tina mit den Spermien eines schwarzen Spenders befruchten – und muss sich danach dafür rechtfertigen, dass sie und ihr Kind nicht die gleiche Hautfarbe haben. 

Okay und um ehrlich zu sein: Die Serie zeigte einfach auch sehr viele Sexszenen, die über die klassische Porno-Vorstellung von "Scherensex" (sorry!) hinausgehen.

Wir haben auf unserem Instagram-Kanal @bentoqueer und in unserer Facebook-Gruppe "QUEER IN DEUTSCHLAND (LGBTQ+)" gefragt, was ihr mit der Serie verbindet. Hier sind einige Antworten, die wir bekommen habe: 

Anna

"Als ich meine Partnerin kennengelernt habe und unauffällig testen wollte, ob sie eventuell auf Frauen steht, habe ich eine kleine 'The L-Word'-Referenz zu Bette und Tina fallen gelassen. Sie sprang sofort darauf an – da war mir alles klar."

Nicole

"Ich schaltete durch Zufall ein und kam aus dem Hochgefühl gar nicht mehr raus. Frauen, die mit Frauen zusammen sind. Und ganz normale Leben leben und Karriere machen. Zu der Zeit war ich noch mit einem Ex-Freund zusammen und fragte mich: Warum fühlst du dich so einsam, trotz Beziehung? Irgendwann traf ich Ines. Wir sind jetzt fast sechs Jahre glücklich zusammen."

„Ich war noch mit einem Ex-Freund zusammen und fragte mich: Warum fühlst du dich so einsam, trotz Beziehung?“
Nicole

Saskia

"Durch die Serie habe ich meine Sexualität entdeckt. Die Sexszenen von Tim und Jenny haben mich im Gegensatz zu den lesbischen Szenen nicht angemacht. Wenn sich zwei Frauen auch nur geküsst haben, hat mich das nervös gemacht. Und als Carmen und Shane dann aufeinander trafen, war das einfach ziemlich heiß."

Julia

"Meine Frau und ich haben uns durch 'The L-Word' kennen und lieben gelernt. Im Februar 2008 hatten wir ein Date und dabei sahen wir uns die dritte Staffel gemeinsam an. Wir sind beide große Fans, haben alle Staffeln auf DVD und schauen uns diese immer wieder an. Meine absolute Lieblingsfolge ist die, wo der Tanzwettbewerb in der sechsten Staffel stattfindet."

Hast du die Serie auch geguckt? Wie hat dich "The L-Word" beeinflusst? Schreib mir gerne bei Twitter oder per Mail an julia.rieke@bento.de



Gerechtigkeit

Zum ersten Mal tanzen auch männliche Cheerleader beim Super Bowl
Jetzt erst? Dabei war George W. Bush schon Cheerleader!

Am Sonntag findet in Atlanta das Finale der US-amerikanischen Footballliga NFL statt, der sogenannte Super Bowl. Zum 53. Mal wird das Riesenevent ausgetragen,  in diesem Jahr gibt es aber ein Novum:  Eines der Teams wird am Spielfeldrand nicht nur von Frauen, sondern auch von zwei männlichen Cheerleadern angefeuert.

Quinton Peron und Napoleon Jinnies tanzen im Cheerleading-Team der Los Angeles Rams, die gegen die New England Patriots um die Meisterschaft spielen. Seit März 2018 sind die beiden im Team der Rams, zu Saisonanfang im September wurden sie die ersten männlichen Cheerleader in der Geschichte der NFL. (bento)