Ein Bild von einem Mann, Folge 2

Olli ist 22, bereitet sich auf seinen Master in BWL vor, liest viel, hat einen Hund und geht regelmäßig ins Fitnesstudio. Neben dem Studium bloggt er unter dem Titel "transcender" – Olli ist trans. Heute ist das ein offenes Geheimnis, das viele in seinem Uni-Umfeld lange nicht kannten. In der Fachsprache sagt man, er lebte "stealth", unentdeckt. (transcender)

Mit 18 begann Olli die Transition, die Angleichung seines damals als weiblich gelesenen Körpers an seine männliche Identität. 

In seiner Kindheit wurde er von seinem Umfeld als Frau wahrgenommen, von seinen Eltern als Mädchen behandelt und erzogen. Die Hormontherapie und Operationen sorgten bald dafür, dass er auch von Fremden selbstverständlich als Mann wahrgenommen, und, so sagt er: auch anders behandelt wurde. 

„Leute hören mir heute eher zu. Und wenn ich auf einem engen Gehweg gehe, weichen Menschen mir aus. Vor meiner Transition ist das nicht passiert.“
Olli

Wir haben Olli in seiner Heimat in der Nähe von Stuttgart getroffen und mit ihm über Männlichkeit und Privilegien gesprochen. Denn seine besonderen Erfahrungen könnten auch Cis-Männern – also solchen, die sich als Mann fühlen und in einem männlichen Körper geboren wurden – neue Perspektiven bieten: auf das Zusammenleben zwischen Mann und Frau, aber auch das Verhalten von Männern untereinander. 

Videoreihe "Ein Bild von einem Mann"

Wer heute "Männlichkeit" sagt, denkt "toxisch" fast automatisch mit. Dabei muss das nicht so sein: In unserer Videoreihe "Ein Bild von einem Mann" trifft bento-Redakteur Sebastian Maas Männer, die mit alten Klischees brechen und damit beweisen: Ein Mann ist mehr als sein Grill, Job, Lieblingsbier oder Auto. Weil Männer klüger, fortschrittlicher und reflektierter sind, als manchmal behauptet wird. 

Du möchtest gerne bei der Reihe mitmachen? Dann schreib uns eine Mail an sebastian.maas@bento.de.

Wie fühlt es sich an, wenn Frauen nachts auf der Straße auf einmal Angst vor einem haben – eine Angst, die einem früher selbst anerzogen wurde? 

Wieso fürchten sich viele Männer vor ihrer weiblichen Seite? Und was ist eigentlich "männlich"? All diese Fragen beantwortet Olli oben im Video.


Gerechtigkeit

Ist Stillen in der Öffentlichkeit total okay oder super eklig?
"Wer sich von einer stillenden Mutter sexuell belästigt fühlt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. "

Die Skyline von London hat einiges zu bieten: die Tower Bridge, das London Eye, das Hochhaus "The Shard". Neu hinzugekommen sind jetzt fünf aufblasbare Riesen-Brüste, die auf Dächern in und um die britische Hauptstadt herum thronen. Zwischen drei und sechs Metern im Durchmesser, in hell und dunkel, mit unterschiedlich großen Nippeln. 

Die Aktion namens #freethefeed hängt – ausnahmsweise – nicht mit dem Brexit zusammen, sondern mit der Akzeptanz von öffentlich stillenden Müttern. Am 31. März wurde in London der Muttertag gefeiert und passend dazu die Kampagne gestartet. 

So sieht das aktuell in London aus: