Bild: dpa/Wolfgang Dumm
Nicht alle finden die Aktion gut.

Wer am Samstag über den Christopher Street Day in Berlin zieht, wird wahrscheinlich auch den Aktivistinnen und Aktivisten der SPDqueer treffen. Ihre Mission: Homophobie auf eine ganz spezielle Art und Weise bekämpfen – mit Postkarten voller Beleidigungen.

Was will die Gruppe erreichen?

Mit den Postkarten, die an Besucherinnen und Besucher des Berliner CSD verteilt werden sollen, möchte die Arbeitsgemeinschaft "SPDqueer Pankow" laut "Tagesspiegel" auf Missstände "in der Gesellschaft und in der queeren Community hinweisen". 

Die Sprüche auf den Postkarten:

  • "Du Hetero Sau!!!!"
  • "Bitte keine weißen schwulen Männer"
  • "Ändert endlich das Grundgesetz, verdammt noch mal"
  • "Ich sag dir, wer du bist" (Queer.de)

Für das größte Aufsehen sorgt der erste Spruch. "Wir zeigen an diesem Beispiel ganz deutlich, wie unnötig und dumm dieser Satz ist", sagt Alfonso Pantisano, der stellvertretende Vorsitzende der Pankower SPDqueer. Es ginge nicht darum, heterosexuelle Menschen zu beleidigen, sondern darum, aufzuklären, dass Beleidigungen wie "schwule Sau" noch immer viel zu häufig genutzt werden. (Tagesspiegel)

Was sagen eigentlich queere Menschen dazu?

In unserer Facebook-Gruppe "Queer in Deutschland" sind mehr als 1700 junge Menschen, die sich für LGBTQ-Themen interessieren. Wir haben sie gefragt, was sie von der Aktion der SPDqueer halten.

Das sind ihre Antworten:

Unnötig. Soll einen Spiegel vorhalten, aber die Logik ist krumm, da mitnichten jeder homophob ist.
Das tut den Heteros nicht weh, so genannt zu werden. Protest muss halt auch manchmal wehtun. Wattebäuschen-Werfen hat bisher selten funktioniert.
Von wem du mit Respekt behandelt werden möchtest, dem bringe Respekt entgegen. Provozierend ist es, ja, aber nicht zielführend.
Berührungsängste werden so sicher nicht abgebaut. Heteros brauchen mehr Zugang, um als Gruppe Homophobie abbauen zu können. Das erreicht man nicht über ständige Provokation.
Absolut richtig. Müssen wir uns ja auch ständig anhören, oft sogar von Menschen, die uns wichtig sind.
Ich finde es unnötig und kontraproduktiv da wir Intoleranz nicht mit Intoleranz bekämpfen können. Ich finde, es sollten eher Veranstaltungen stattfinden, bei denen Menschen miteinander reden.
1/12

Die gemischten Reaktionen auf die Aktion überraschen Alfonso Pantisano nicht. "Wir haben den Finger in die Wunde gelegt. Es ist erschreckend, dass sich viele heute immer noch trauen, queere Menschen zu diskriminieren."


Gerechtigkeit

Seehofer will die Maghreb-Staaten als "sicher" einstufen – doch Thüringen wehrt sich
Wie sicher die Maghreb-Staaten wirklich sind – 6 Antworten zum Thema

Die Bundesregierung will die nordafrikanischen Maghreb-Staaten als "sichere Herkunftsstaaten" einstufen. Mal wieder. Bereits Anfang 2017 sollte der Maghreb zuletzt sicher werden – dann hätten Flüchtlinge aus diesen Ländern leichter abgeschoben werden können. Der Bundesrat verhinderte das entsprechende Gesetz jedoch.

Jetzt, eine Bundeswahl und eine neues Merkel-Kabinett später, versucht es die Regierung erneut. Und wieder könnte sich der Bundesrat querstellen – denn Thüringen könnte sich weigern.

Innenminister Horst Seehofer will die Maghreb-Länder Marokko, Algerien und Tunesien und zusätzlich die Ex-Sowjetrepublik Georgien zum sicheren Herkunftsland erklären. (Die Zeit)