Out im Job: Folge 2

Ignorieren mich die Kollegen? Sprechen sie hinter meinem Rücken über mich? Werde ich nicht mehr befördert? Fragen, die den Polizisten Florian lange beschäftigten. Florian ist schwul. Seit acht Jahren ist der 30-Jährige mit seinem Freund zusammen. Doch damit das niemand bei der Arbeit mitbekam, sprach er dort nur von seinem "Liebling" und zeigte Urlaubsfotos mit seiner besten Freundin. 

Schon an der Polizeischule hatte er Angst, dass andere mitbekommen könnten, dass er schwul ist. Er hatte Angst, gemobbt zu werden – und passte sich deshalb an. Nach der Ausbildung trat er eine feste Stelle in Berlin an. Mit der Zeit lernte er seine Kollegen besser kennen und fasste Vertrauen. "Bei der Polizei sind wir ein Team, das sich blind verstehen muss," sagt Florian. Dazu gehöre auch, dass die Kolleginnen und Kollegen über seinen Freund Bescheid wüssten. Schließlich soll der benachrichtigt werden, falls Florian im Einsatz etwas passiert. 

Also vertraute er sich nach und nach seinen Teamkollegen einzeln an. Die meisten reagierten gelassen und freuten sich, dass sich Florian ihnen öffnete. Doch es gibt auch Ausnahmen. 

Wie Florian auf Vorurteile und Klischees seiner Polizei-Kollegen reagiert, siehst du oben im Video.


Gerechtigkeit

Der Wettbewerb um Bayerns beste "Tafel" zeigt, wie zynisch unser Umgang mit Armut geworden ist
Und wir fragen uns, ob Kevin Kühnert den Kommunismus einführt

Für die einen ist es eine demütigende Erfahrung, für die anderen ein Wettbewerb: Die Tafeln in Bayern versorgen regelmäßig etwa 200.000 Menschen mit Essen, das sonst weggeworfen würde. Jetzt will Bayerns Ernährungs- und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) herausfinden, welche Tafeln im Freistaat die Aufgabe am besten bewältigen. Für die fünf Gewinner gibt es ein Preisgeld in Höhe von je 5000 Euro.

"Lebensmittelrettung" klingt netter als Armutsbekämpfung

Der Wettbewerb ist ein zynisches Symbol dafür, wie alltäglich Armut in Deutschland mittlerweile geworden ist. Offensichtlich geht es heute nicht mehr darum, Ausgrenzung zu bekämpfen, sondern sie möglichst gut zu organisieren. Dass Menschen das essen müssen, was andere nicht kaufen wollen, scheint niemanden mehr grundsätzlich zu stören. Während sich Juso-Chef Kevin Kühnert gegen DDR-Vergleiche wehren muss, zeigt Bayern, dass die Leistungsgesellschaft noch ganz gut zu funktionieren scheint.