Bild: Joern Pollex/Getty Images

In der Schweiz dürfen Schwule seit dem Wochenende auch Blut spenden. Eigentlich eine gute Errungenschaft und ein weiterer Schritt hin zur Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen – wäre da nicht die Auflage, dass die schwulen Spender ein Jahr lang keinen Sex haben dürfen, bevor sie spenden. (Watson)

Was ist passiert?

Schon Ende Januar hatte der Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes die neue Regelung bekannt gegeben. Die zuständige Aufsichtsbehörde Swissmedic hatte sie bewilligt. Am Samstag trat sie nun in Kraft. (Tagesanzeiger/ queer.de)

Schon damals sagte das Rote Kreuz, dass die Lösung nicht optimal sei, "da vermutlich nicht viele schwule Männer davon profitieren können". Mehr Spender werde es deshalb wohl kaum geben. Allerdings handle es sich um einen Zwischenschritt, "weg von einer Regelung, die viele zu Recht als diskriminierend" empfänden.

Michel Rudin ist Co-Präsident von Pink Cross, dem Schweizer Schwulen-Dachverband. Er sagte zu Watson: Es sei nicht hinnehmbar und auch nicht realistisch, dass spendewillige Männer ein Jahr lang auf Sex verzichten müssen, nur um ihr Blut geben zu dürfen. "Dabei wollen wir wie alle anderen unseren Beitrag an die Gesellschaft leisten."

Warum dürfen Schwule kein Blut spenden?

Seit dem Aufkommen von Aids in den Siebzigerjahren durften Männer, die seit 1977 mit einem Mann Sex hatten, kein Blut mehr spenden. In Deutschland gilt das Verbot immer noch.

LGBT-Aktivisten fordern in Deutschland, dass nicht die sexuelle Identität ausschlaggebend ist, sondern das individuelle Risikoverhalten. In sechs von 28 EU-Ländern gibt es so eine Regelung (Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien).

In Deutschland gibt es jetzt die Ehe für alle. Was sich trotzdem noch ändern muss:


Gerechtigkeit

Warum indische Frauen gerade Kuhmasken tragen

Die Kuh ist in Indien heilig – das ist keine Binse, sondern politischer Fakt: In vielen Bundesstaaten ist das Schlachten von Rindern und der Besitz ihres Fleisches verboten, Verstöße werden streng geahndet. In manchen Städten darf die Kuh nicht mal von der Straße gejagt werden. Ihr Wohlergehen ist religiösen Hindus sehr wichtig – aber ist das Tier ihnen damit auch wichtiger als ihre Frauen?

Diese Frage hat sich der indische Fotograf Sujatro Ghosh in seinem aktuellen Fotoprojekt gestellt. Der 23-Jährige hat indischen Frauen Kuhmasken aufgesetzt und sie an unterschiedlichen Orten fotografiert.