Der Fotograf Robin Hammond zeigt es uns.

Um die Menschen zu treffen, die wegen ihrer Sexualität verfolgt werden, ist der neuseeländische Fotograf und Menschenrechtsaktivist Robin Hammond um die ganze Welt gereist. Denn überall dort gibt es sie: In Afrika, Malaysia, Russland und im Libanon leben Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT), die in ihrer Heimat niemals sexuell ausleben könnten, wonach ihnen ist. Weil alles abseits von Heterosexualität hier als Verbrechen gilt, von Familien verabscheut oder von der Polizei verfolgt und bestraft wird.

In der Slideshow: Das sind die Menschen, die Robin Hammond getroffen hat.
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Für sein Projekt "Where Love Is Illegal" nahm Hammond Kontakt zu Organisationen auf, die sich in den Ländern für LGBT-Rechte einsetzen und dafür kämpfen, dass Diskriminierung, Bespitzelung und Folter aufhören. Hammond verabredete sich über die Organisationen mit den Verfolgten, er hörte sich ihre Geschichten an: "Was mir manche erzählt haben – furchtbar", sagt der Fotograf.

Während die einen, beispielsweise in Afrika, um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie öffentlich Händchen halten, würden LGBT in Russland manchmal über Jahre beschattet und kontrolliert. "Ich habe Syrer getroffen, die in den Libanon geflohen sind, weil sie Angst vor dem 'IS' hatten, der in Syrien alle Schwulen und Lesben umbringt", sagt Hammond.

Mehr Info

Du möchtest mehr wissen über die Situation von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trangendern in den verschiedenen Ländern der Welt? Das Auswärtige Amt hat hier ein paar Informationen dazu zusammengestellt.

Während seiner Reise gründeten Hammond und sein Team den Blog "Where Love Is Illegal" – nicht nur Hammonds Fotos erscheinen hier. Jeder, der schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender ist, kann ein Bild von sich hochladen und seine Geschichte erzählen.

Nina aus Jordanien schreibt zum Beispiel: "Ich hatte meinen ersten Kuss mit 17. Für mich war das nicht irgendein Experiment. Es war Liebe. Meine Freundin hat mich dann verlassen, weil sie dem Druck der Gesellschaft nicht standhalten konnte."

Nick aus Frankreich schreibt: "Ich war für alle schon der Schwule, bevor ich selbst überhaupt wusste, dass ich schwul bin."

Nicht alle Menschen, die Hammond fotografierte, zeigen ihr Gesicht – manche verdecken es mit Tüchern oder ihren Händen. Aus Angst, erkannt zu werden. Andere seien ohnehin schon in der Nachbarschaft geoutet, erzählt Hammond: "Das sind dann die, die – ohne zuzustimmen – in den städtischen Zeitungen schon als homo-, bisexuell oder als transgender bezeichnet und herabgewürdigt wurden."

Was Hammond gelernt habe: Selbst Menschen, die unter Umständen leben, die man sich als Mitglied westlicher Gesellschaften wohl kaum vorstellen kann, kennen Momente des Glücks und der Stärke – oder glauben zumindest daran, diese Momente bald kennenlernen zu können. "Viele wollten nicht schwach wirken auf den Fotos. Sondern selbstbewusst", sagt Hammond.

Kamarah Apollo, 26, Uganda(Bild: Robin Hammond)

Wer Hammond nach der Intention seines Projektes fragt, dem mag seine Antwort zunächst enttäuschend vorkommen: "Ich würde all die Diskriminierung auf der Welt gern beenden. Das kann ich aber nicht mit ein paar Fotos", sagt er. Diskriminierung entstehe, weil es einfach sei, das Unbekannte zu hassen. "Die Geschichten, die zu den Fotos gehören, stellen die Menschen allerdings vor."

So ist es: Die Geschichten geben den Menschen ein Gesicht, das kein Foto abbilden könnte. Denn sie lassen nachfühlen, wie es den Portätierten geht. Dieser Effekt sei es, sagt Hammond, der vielleicht letztlich die Brücke baue zwischen dem verhassten Unbekannten – und dem Menschen, dem dieser Hass entgegenschlägt.

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Besuche die Ausstellung

Robin Hammonds Fotografien sind noch bis zum 16. Juli 2016 in der Galerie Jarvis Dooney (Linienstraße 116, Berlin-Mitte) ausgestellt.


Sport

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