Bild: dpa/Max Rossi
Das Gespräch folgte nach dem Missbrauchsfall in Chile.

Juan Carlos Cruz ist eines von vielen Opfern im Missbrauchsfall in der katholischen Kirche in Chile. Im März 2015 hatte er Papst Franziskus einen Brief geschrieben und dazu beigetragen, dass der Fall untersucht wird. Jetzt hat sich der Papst mit ihm getroffen – und dem schwulen Mann gesagt, er akzeptiere ihn so, wie er ist. (Guardian)

Im Zuge der Aufarbeitung des Skandals in Chile traf sich der Papst vor zwei Wochen unter anderem mit Juan Carlos und bat ihn um Entschuldigung. In dem Gespräch sei es auch um seine Homosexualität gegangen, berichtete Juan Carlos der Zeitung El País und der Papst habe ihm gesagt:

Juan Carlos, dass du schwul bist, ist nicht wichtig. Gott hat dich so gemacht und er liebt dich auch so.
Papst Franziskus

Der Papst lässt damit erneut mit einer Äußerung aufhorchen, die es so von einem Anführer der katholischen Kirche vorher noch nicht gegeben hatte.

Bereits früher hatte der Papst gegenüber Homosexuellen akzeptierende Worte von sich gegeben: 2016 hatte er gesagt, Schwule und Lesben dürften nicht diskriminiert werden. Und schon drei Jahre davor hatte er im Bezug auf Homosexuelle gesagt: "Wer bin ich, dass ich urteile?" (Zeit Online)

Worum geht es bei dem Missbrauchsfall in Chile?

  • Im Mittelpunkt des Skandals steht der chilenische Bischof Juan Barros, der von sexuellen Übergriffen des früheren Pfarrers und Priesterausbilders Fernando Karadima gewusst und ihn gedeckt haben soll. Nach seiner Ernennung im März 2015 hatte es Proteste gegeben. (bento)
  • Als dann Papst Franziskus im vergangenen Januar das Land besuchte, erwarteten ihn ebenfalls Proteste. Der Papst sagte zunächst, es gebe keine Beweise dafür, dass Barros tatsächlich von den Übergriffen gewusst habe und sprach von "Verleumdung".

Wie wurde der Skandal bisher aufgearbeitet?

  • Bereits kurz nach seiner Rückkehr aus Chile entschuldigte sich der Papst für seine Äußerung und ordnete eine Untersuchung durch den maltesischen Erzbischof Charles Scicluna an. Der sprach mit 64 Zeugen und verfasste einen 2300 Seiten langen Bericht, welcher Papst Franziskus zum Umdenken brachte.
  •  "Nach der Lektüre der Akten kann ich versichern, dass die gesammelten Zeugnisse auf rohe und ungeschönte Weise von gepeinigten Leben erzählen", schrieb er in einem Brief an die chilenischen Bischöfe. Und er fügte hinzu: "Ich gestehe, dass mich das mit Schmerz und Scham erfüllt."

Jetzt haben alle 34 chilenischen Bischöfe ihren Rücktritt angeboten.

Nach einem Treffen mit Papst Franziskus in Rom ließen die Geistlichen außerdem mitteilen: "Wir möchten den Papst, das Volk Gottes und das Land um Verzeihung bitten für den Schmerz der Opfer und unsere schweren Fehler und Versäumnisse."

Der Papst muss nun über die Rücktritte entscheiden. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass er alle akzeptiert, da dann die gesamte chilenische Kirche keinen Bischof mehr hätte. Gleichzeitig hatte er aber auch angekündigt, dass Rücktritte allein nicht ausreichten: "Wir lösen die Probleme der Kirchengemeinschaft nicht nur durch die Absetzung von Personen", schrieb er an die Bischöfe.

Juan Carlos äußerte sich via Twitter zu den Rücktritten: Diese seien gut für so viele Menschen, die wegen "korrupten und lügnerischen Bischöfen" gelitten hatten. Nun gebe es keinen Schritt zurück mehr – die Geschichte habe sich geändert.

Mit Material von dpa.


Haha

Heißt die Stadt Essen nun Fasten? Ungarischer TV-Sender fällt auf deutsche Satire-Seite rein
Der Ramadan ist da – lasst uns die Städte umbenennen.

Satire ist eine Kunst, leider weiß nicht jeder mit ihr umzugehen. So auch der ungarische Fernsehsender MTVA. Der ist auf die Meldung einer Satire-Seite reingefallen, die behauptet, die Stadt Essen würde aus Rücksicht auf Muslime während des Ramadan in "Fasten" umbenannt.

"Essen – Der Oberbürgermeister der in Nordrhein-Westfalen gelegenen Großstadt Essen hat soeben in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass man aus Rücksicht auf Muslime die Stadt Essen vorübergehend in “Fasten” umbenennen wird."

Gefundenes Fressen für die Nachrichtensendung "Híradó". Die hat die vermeintliche Namensänderung nämlich sofort vermeldet. Zuvor hatte man noch über eine Auseinandersetzung in einer Dresdner Flüchtlingsunterkunft berichtet. Dieses Timing!