Sie will dafür kämpfen, dass es Transmenschen in ihrem Land besser geht.

Marvia Malik hat doppelten Grund zur Freude. Die 21-jährige Pakistanerin hat gerade ihren Traumjob bekommen: Sie ist jetzt Nachrichtensprecherin bei einem TV-Sender. Und dass sie diesen Job hat, ist gleichzeitig ein riesiger Forschritt: Denn Marvia Malik ist eine Transfrau – und damit die erste Transgender-Nachrichtensprecherin Pakistans.

Am Freitag hatte Malik ihren ersten Auftritt als Moderatorin einer Nachrichtensendung auf einem pakistanischen Privatsender. Seitdem erreicht sie positives Feedback aus aller Welt, Mitschnitte ihres Auftrittes verbreiten sich in den sozialen Netzwerken. 

Diese Aufmerksamkeit nutzt Malik jetzt, um auf die Situation von Transmenschen in ihrem Heimatland aufmerksam zu machen. Denn die kämpfen in Pakistan nach wie vor gegen Ausgrenzung und Benachteiligung.

Die 200 Millionen Einwohner-Nation in Südasien ist konservativ-islamisch geprägt, Homosexualität gilt als Verbrechen. Gegenüber Transsexualität zeigt sich das Land zwar vergleichsweise offen: Seit 2009 können Transmenschen ein drittes Geschlecht im Ausweis eintragen lassen, seit 2017 auch im Reisepass.

Im Alltag begegnet ihnen dennoch häufig Diskriminierung und Gewalt. Transmenschen werden immer wieder von ihren Familien verstoßen. Arbeit finden sie nur schwer, viele sind auf Sexarbeit oder Betteln angewiesen. (The Independent)

Auch Marvia Malik musste kämpfen, um dort hinzukommen, wo sie jetzt ist. Über ihre Kindheit sagt sie: "Ich musste viel Diskriminierung und Ungerechtigkeit aus der Gesellschaft ertragen. Es ist eine typische Geschichte, wie bei allen Transgendern, die in Pakistan aufwachsen."

Nach der zehnten Klasse warf ihre Familie sie raus, bis heute wollen ihre Angehörigen nichts mit ihr zu tun haben.

Um sich über Wasser zu halten, begann Malik, als Visagistin zu arbeiten. Mit dem Geld konnte sie sich schließlich ein Studium finanzieren und machte einen Bachelor in Kommunikationswissenschaften. Als sie hörte, dass der TV-Sender Nachrichtensprecher suchte, bewarb sie sich – und konnte im Bewerbungsgespräch mit ihrem Selbstbewusstsein und ihrem Ehrgeiz überzeugen, wie sie sagt. (Tribune)

Im Interview betont sie aber, dass längst nicht alle Transmenschen in Pakistan so viel Glück haben wie sie: Es gebe immer noch viele ungelöste Probleme, allen voran die mangelnde Toleranz in der Gesellschaft und in Familien und zu wenig Berufs- und Ausbildungsangebote.

Ihre neue Berühmtheit will sie nutzen, um dafür zu kämpfen, dass sich die Situation der gesamten Community verbessert: "Ich konnte Geschichte schreiben, weil ich an mich selbst geglaubt habe", sagt sie. "Ich bin froh, dass meine Erfolgsgeschichte eine positive Nachricht an die ganze Welt schickt: Dass Transgender alles tun können, ganz egal was. Aber nur, wenn sie dieselben Möglichkeiten erhalten wie alle anderen auch."


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Eine chinesische Weltraumstation ist außer Kontrolle – hier könnte sie einschlagen
Am Ostersonntag sollen die Teile auf die Erde treffen.

Noch rast der 8,5-Tonnen-Koloss mit etwa 27.000 km/h um die Erde. Doch vermutlich am Ostersonntag wird die außer Kontrolle geratene Raumstation Tiangong-1 auf die Erde stürzen. So besagt es die letzte Prognose der europäischen Weltraumagentur Esa. Mögliche Tage seien auch der Ostersamstag (30.3.) und der frühe Morgen des Ostermontags (2.4.) - allerdings mit geringerer Wahrscheinlichkeit.

Experten gehen davon aus, dass Tiangong-1 beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht vollständig verglüht und dass ein oder mehrere Trümmerteile auf der Erdoberfläche einschlagen werden. Wo das geschehen wird, lässt sich erst wenige Stunden vor dem Einschlag stärker eingrenzen.