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Schluss mit Konversionstherapien

Homosexuelle werden in vielen Ländern der Welt geächtet. Auch in vermeintlich liberalen Ländern wie Deutschland und den USA gibt es immer noch viele, die alles abseits der Heterosexualität für unnormal halten. 

Bei einer "Konversionstherapie" oder "Reparativtherapie" sollen LGBT-Menschen "geheilt" werden. Oft schicken Eltern ihre Kinder zu den "Therapien". Die Praktiken gelten schon lange als sehr gefährlich – sie vermitteln den Betroffenen, sie seien minderwertig und "nicht richtig". Das kann zu schweren psychischen Problemen oder sogar Suizidgedanken führen.

Nun hat der Staat New York Konversionstherapien zumindest bei homosexuellen Minderjährigen verboten. 

Das Verbot bedeutet, dass Therapeuten die schädlichen Praktiken nicht länger an Minderjährigen durchführen dürfen. Es wurde am Dienstag im Parlament des US-Bundesstaates angenommen, nachdem die Republikaner es zuvor jahrelang blockiert hatten. (Bustle)

Gouverneur Andrew Cuomo muss es nun nur noch unterzeichnen. Das gilt als wahrscheinlich – Cuomo hat das Gesetz in einer Stellungnahme bereits bejubelt:

„Die sogenannte LGBTQ-Konversionstherapie ist eine betrügerische Praxis, die viel Schaden bei viel zu vielen jungen Menschen angerichtet hat.“
Andrew Cuomo

Wie läuft eine Konversionstherapie ab?

Das kann ganz unterschiedlich sein. Die Behandlungen werden nicht nur von Therapeuten, sondern auch von kirchlichen Vereinigungen oder Privatpersonen, die sich als eine Art Heilpraktiker bezeichnen, angeboten.

  • Manche der Betroffenen berichten von einer Gesprächstherapie, in der ihnen immer wieder gesagt wurde, ihre sexuelle Orientierung oder ihr körperliches Empfinden sei falsch, sie seien damit komplett allein auf der Welt und sie seien das Übel, von dem in ihrer Religion die Rede sei. 
  • Andere wurden sogar körperlich gefoltert, während sie sich Pornos mit homosexuellen Handlungen ansehen mussten – damit sie den Schmerz mit den sexuellen Trieben assoziieren. 

Ein Umdenken setzt allerdings ein. Bereits 1990 wurde Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen. Und laut dem Weltärztebund ist der Versuch einer Umkehrung von sexuellen Neigungen eine "Verletzung der Menschenrechte". 

New York ist nun der 15. US-Staat, der die Konversionstherapie verboten hat – und damit weiter als Deutschland.

In Deutschland sind solche Therapien bisher komplett legal. Die Grünen kämpfen seit vielen Jahren dafür, das zu ändern. 2013 legten sie eine Gesetzesinitiative im Bundestag vor, welche die Behandlungen an Kindern und Jugendlichen verbieten sollte. Sie wurde abgelehnt. (Süddeutsche

Die Bundesärztekammer begründete dies anschließend auf Anfrage damit, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben solle, sich aus freien Stück für eine solche Therapie zu entscheiden.

Nun denkt immerhin Gesundheitsminister Jens Spahn über ein Verbot nach. Er sei "grundsätzlich gar nicht" gegen das Verbot, sagte der CDU-Politiker kürzlich in einem Interview. Für die Betroffenen, denen während der Therapien "irgendwas eingeredet wird", sei das eine "enorme psychische Belastung". Allerdings weiß Spahn nicht so genau, wie ein Verbot aussehen soll – er sammelt daher erst mal Vorschläge. (bento)

Korrektur: 

In einer früheren Version lautete der erste Absatz: "Homosexuelle werden in vielen Ländern der Welt geächtet. Auch in vermeintlich liberalen Ländern wie Deutschland und den USA gibt es immer noch viele, die alles abseits der Heterosexualität für unnormal halten. Das können sie auch – solange sie Schwule und Lesben nicht "umerziehen" wollen." Den letzten Satz haben wir entfernt.


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Trump serviert Burger im Weißen Haus – Jimmy Kimmel trollt ihn perfekt
"Hamberders"

Die Clemson Tigers haben vor einigen Tagen die College-Football-Meisterschaft in den USA gewonnen. Dass das gefeiert werden musste, dachte sich auch Präsident Donald Trump, der die Mannschaft im Weißen Haus begrüßte.

Durch den Haushaltsstreit in den USA wird derzeit zahlreiches Behördenpersonal nicht bezahlt. Hunderttausende Bedienstete wurden in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt – dementsprechend liegt vieles im Land still (bento). 

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Auf Twitter schrieb Donald Trump: