Im Jahr 2017 sollte gleichgeschlechtliche Liebe eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn ein Foto die Ehepartner der Staats- und Regierungschefs vereint – und unter den First Ladys auch ein schwuler Ehemann auftaucht – dann ist das also nicht der Rede wert.

Beim Social-Media-Team des Weißen Hauses allerdings schon. Gerade begleitet das Team auf Facebook die erste Auslandsreise von Donald Trump.

Auf einem offiziellen Gruppenfoto der First Ladys wollte die US-Administration nun den schwulen First Husband verschweigen.
Es geht um dieses Foto:
(Bild: dpa/Yorick Jansens)

Das Bild wurde am Donnerstag während des Nato-Gipfels in Brüssel aufgenommen – aber erst am Samstag auf der Facebook-Seite des Weißen Hauses in einem Album zu Trumps Auslandsreise ("President Trump's Trip Abroad") veröffentlicht. 

Am Donnerstag waren in Brüssel die Staats- und Regierungschefs des Nato-Bündnisses zusammengekommen – zum ersten Mal war Donald Trump dabei (für den es in Europa nicht so gut läuft).

Während die (vorwiegend männlichen) Politiker zu Gesprächen zusammenkamen, trafen sich ihre Partner zu einem Begleitprogramm – das Foto vereint sie. Unter anderem ist Melania Trump dabei, Emine Erdogan und Brigitte Macron (die beim White-House-Team noch unter ihrem alten Namen Trogneux läuft). Der Mann hinten links ist Gauthier Destenay, der Ehemann des luxemburgischen Ministerpräsidenten.

Destenay und der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel sind seit 2015 verheiratet – sie sind das erste schwule Präsidenten-Pärchen eines EU-Mitgliedslandes ("The Guardian").

Als das Weiße Haus das Foto vom Nato-Gipfel auf Facebook hochlud, wurde Destenay jedoch ignoriert:
Der Screenshot stammt vom "Guardian".

Im Beistelltext werden alle Frauen aufgeführt – aber Destenay wird mit keiner Silbe erwähnt. 

In den Kommentaren weisen viele, zum Teil aufgebrachte Nutzer auf die Auslassung hin: "Das Weglassen des First Gentleman von Luxemburg ist offenkundig respektlos und zeigt mal wieder das Level an Idiotie im Weißen Haus", schreibt einer. "Wow. Der luxemburgische Partner wird nicht erwähnt? Er existiert trotzdem, auch wenn du ignorierst, dass er schwul ist, du Schwachkopf", ein anderer.

Homophobie wird der US-Regierung nicht zum ersten Mal unterstellt. Vor allem Vizepräsident Mike Pence steht oft in der Kritik. Pence gilt als erzkonservativ und homophob. Als Gouverneur des US-Staates Indiana hatte er einst ein Anti-Schwulen-Gesetz initiiert, das US-weit als diskriminierend empfunden wurde (bento).

Erst nach neun Stunden trägt das Team des Weißen Hauses den Namen nach – allerdings wird Destenays Beziehung weiterhin nicht verraten. 

Er ist nun schlicht "der Luxemburger":

Hier erzählen Menschen, wie sie sich über ihre Sexualität klar wurden:


Sport

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