Bild: Disney
Disney findet das gar nicht witzig

Erst meckert Russland über Disneys erste schwule Filmszene (bento), jetzt will Malaysia "Die Schöne und das Biest" aus dem selben Grund zensieren.

Doch das passt Disney gar nicht: Das Unternehmen will den Film lieber gar nicht erst in die Kinos bringen, bevor sie ihn zerstückeln.

In dem südostasiatischen Land ist Homosexualität illegal. Sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen können mit bis zu 20 Jahren Gefängnis und Stockschlägen bestraft werden. (Auswärtiges Amt)

In den Medien dürfen homosexuelle Charaktere zwar vorkommen – aber nur, wenn sie negativ dargestellt werden oder ihren "Fehler" einsehen. (BBC)

Da sind natürlich die Szenen mit Disneys erstem offen schwulen Charakter nicht gerne gesehen. Am Donnerstag soll der Film eigentlich zeitgleich zum Rest der Welt in den malayischen Kinos anlaufen. Doch das ist nun nicht mehr sicher.

Malaysias staatliche Zensurbehörde teilte am Montag mit, man habe sich den Film angesehen, die Szene herausgeschnitten und würde den Film nun so in die Kinos bringen – mit dem Hinweis, dass Kinder unter 13 Jahren in Begleitung von Eltern sein müssen.

"Es ist nur eine kurze Szene, aber sie ist unangemessen, weil viele Kinder den Film sehen werden", sagte der Vorsitzende der Behörde, Abdul Halim Abdul Hamid, zu AP (BBC).

Doch mit dieser Lösung ist Disney ganz und gar nicht einverstanden.

Am Mittwoch teilte das Unternehmen der Presse mit, man werde den Film so nicht in Malaysia herausbringen. Ob und wie "Die Schöne und das Biest" nun dort startet, ist unklar.

Russland hat übrigens keine Änderungen am Film vorgenommen. Allerdings darf man den Film dort erst ab 16 Jahren gucken (BBC).

Welches Disney-Zitat sollte dein Lebensmotto sein? Mach den Test!

Gerechtigkeit

Wie ein 14-Jähriger mit einem Graffiti eine Revolution gestartet hat
"Das Volk will den Sturz des Regimes"

Alles begann harmlos: Am 15. März 2011 sprühten Mouawiya Syasneh und seine Kumpel den Satz "Ash-Shab yurid isqat an-Nizam" an eine Hauswand im südsyrischen Daraa. Der Satz war der Slogan des Arabischen Frühlings:

"Das Volk will den Sturz des Regimes"

Mouawiya war damals 14 Jahre alt, die Aktion nicht mehr als ein Dummer-Jungen-Streich. Syriens Präsident Baschar al-Assad ließ ihn und seine Freunde verhaften und wochenlang foltern.