Bild: Getty Images / Daniel Berehulak

Der Bundestag hat am Freitag die Ehe für alle erlaubt (bento). Für Schwule und Lesben ist das ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Aber nicht der letzte. Markus Ulrich vom Lesben- und Schwulenverbandi in Deutschland (LSVD) sagt, es gibt noch viel zu tun. 

"Viele können sich nicht vorstellen, wie es ist lesbisch oder schwul zu leben. Das Heiraten wird die Sache nicht viel leichter machen."

Also haben wir nachgefragt: Was sind eure nächsten Schritte?
Markus Ulrich(Bild: Christine Fiedler / LSVD)
1. Eine Änderung im Abstammungsrecht

"Das einzige, was sich ab heute ändern wird, ist ein einziger Paragraph im Deutschen Gesetzbuch", sagt Markus. "Er besagt, dass auch homosexuelle Paare heiraten dürfen. Das Abstammungsrecht fällt aber nicht darunter."

Das Gesetz regelt, was passiert, wenn ein Kind in eine Ehe hineingeboren wird. In einer Frau-Mann-Ehe würde der Mann automatisch als Vater des Kindes vom Gesetz akzeptiert werden – egal, ob er der biologische Vater ist, oder nicht. Der Paragraph regelt nämlich ausschließlich den Begriff "Vaterschaft".

In einer lesbischen Ehe muss die zweite Mutter erst durchsetzen, dass sie das Kind ihrer Frau als Stiefkind adoptieren kann. Eine automatische Anerkennung als Mutter würde diese den Vätern im Gesetz gleichstellen. (Mehr dazu beim LSVD)

Mehr zum Abstammungsgesetz und was sich durch den Beschluss ändern wird, kannst du hier lesen: 

2. Zahlen zu Gewalttaten gegen die LGBT-Community

"Vor allem Transpersonen wollen wissen, wo sie hingehen können und welche Gegenden sie lieber vermeiden sollten", sagt Markus. Das könnte eine statistische Erfassung der Gewalttaten aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität beantworten. 

Diese gibt es zwar beim Bundesinnenministerium, doch durch fehlendes Wissen oder fehlende Sensibilität bei den bearbeitenden Polizistinnen und Polizisten wird hier von einer Dunkelziffer von bis zu 90 Prozent ausgegangen. Das heißt, nur 1 von 10 Hassverbrechen gegen die sexuelle Orientierung anderer tauchen in der offiziellen Statistik auf.  

3. Künstliche Befruchtung oder Blutspenden müssen für alle gleich ablaufen
  • Vielen lesbischen Frauen ist unklar, ob und wie viel der Kosten die Krankenkassen für eine künstliche Befruchtung übernehmen. Bei Ehepaaren zahlen die Kassen wesentlich mehr als bei Alleinstehenden. Ob lesbische Paare als Ehepaare gewertet werden, ist noch offen. "Da müssen die Landes- und Bundesärztekammern für Klarheit sorgen", fordert Markus. 
  • Auch bei der Blutspende muss sich was tun: Schwule und Bisexuelle Männer dürfen immer noch kein Blut spenden. Der LSVD  will ein Ende des Verbots. Denn es würde auch für mehr Sicherheit sorgen – indem sich alle über geschützten Geschlechtsverkehr bewusster werden.

Aber trotzdem überwiegt nach dem Gesetz erst mal die Freude:

Korrektur, 1. Juli, 14.45 Uhr: 

In einer früheren Version hatten wir bei Punkt 1 vom Adoptionsrecht, nicht vom Abstammungsrecht, gesprochen. Das war falsch, wir bitten dies zu entschuldigen. Außerdem wurde bei Punkt 2 der Hinweis ergänzt, dass es beim BMI bereits eine statistische Erfassung gibt, diese jedoch unzureichend ist.
Bei Punkt 3 haben wir klargestellt, dass ausschließlich homo- und bisexuelle Männer kein Blut spenden dürfen. 


Fühlen

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