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Warum es dennoch Kritik gibt

Ein ungewöhnlicher Film ist "Jungle Cruise" schon jetzt. Zum einen, weil er – wie "Fluch der Karibik" übrigens auch – auf einer Disneyland-Attraktion basiert. Zum anderen, weil es der erste Disney-Film mit einem offen schwulen Charakter werden soll. Das meldet zumindest die britische Boulevardzeitung "The Sun", die mit einem Insider gesprochen haben will. Doch bereits kurz nach der Ankündigung gab es Kritik.

Gab es wirklich noch nie schwule Disney-Charaktere?

Nicht wirklich. Im vergangenen Jahr hieß es, dass die Figur LeFou in "Die Schöne und das Biest" als schwul dargestellt werde. Religiöse Fundamentalisten riefen anschließend zum Boykott des Films auf, in einigen US-Regionen nahmen Kinos ihn aus dem Programm (bento). Doch die mögliche Homosexualität der Figur wurde im Film nur subtil angedeutet. 

So passierte es schon öfter: Immer wieder haben Fans spekuliert, ob bestimmte Disney-Figuren vielleicht schwul oder lesbisch sind. Doch Gewissheit und ein wirkliches Bekenntnis zu sichtbarer Vielfalt gab es bislang nicht. So kommt es, dass Disney bis heute keinen offen homosexuellen Charakter in seinen Filmen hatte.

Das soll sich nun vielleicht ändern.

Um welche Rolle in "Jungle Cruise" handelt es sich?

Der 30-jährige Komiker Jack Whitehall soll im Abenteuerfilm "Jungle Cruise" neben Dwayne "The Rock" Johnson und Emily Blunt eine wichtige Nebenrolle spielen. "The Sun" zitiert einen angeblichen Insider mit den Worten:

Das Drehbuch ist in einer Zeit angesiedelt, als es gesellschaftlich nicht akzeptiert wurde, schwul zu sein. Es ist ein wichtiger Wendepunkt.

Der Film soll laut Medienberichten im 19. Jahrhundert spielen und handelt von der Suche nach einem Baum im Urwald, der heilende Kräfte besitzen soll. Derzeit befindet sich der Film noch in der Produktion. Erscheinen soll "Jungle Cruise" im Herbst 2019. 

Die weitere Beschreibung der Rolle von Jack Whitehall wirkt allerdings leider sehr klischeebehaftet:

Er spielt einen schwulen Mann, der sehr verweichlicht und lustig ist.

Warum gibt es daran Kritik?

Neben der Darstellung der Figur, die sich bislang nicht wirklich einschätzen lässt, sorgt vor allem die Vergabe der Rolle für Diskussionen. Kritiker stört vor allem, dass die erste schwule Disney-Figur von Jack Whitehall gespielt werden soll, der offen heterosexuell ist. 

Viele ziehen Parallelen zum Streit um Scarlett Johansson vor wenigen Wochen, die einen Transmann spielen sollte und sich nach zahlreichen Protesten von der Rolle zurückzog (bento).

Wie die Diskussion jetzt weitergeht, dürfte vor allem davon abhängen, wie Disney am Ende wirklich mit der Rolle umgeht. Sollte die Figur so wenig offen als homosexuell erkennbar sein wie in "Die Schöne und das Biest", dann könnte sich die gesamte Auseinandersetzung womöglich im nächsten Jahr wiederholen. Disney wäre dann der erste Filmkonzern, der "den ersten schwulen Charakter" drei Mal hintereinander verkündet – und dann dennoch versteckt – hat.


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