Bild: dpa/Carsten Koall
Er ließ sich davon nicht einschüchtern.

Mit 21 Jahren wollte Jens Spahn erstmals für den Bundestag kandidieren, in seiner Heimat im Münsterland. Seine Familie wusste damals nicht, dass er homosexuell ist, Spahn hatte sich nicht geoutet. Er wurde deshalb innerhalb der örtlichen CDU unter Druck gesetzt – man drohte ihm, ihn zu outen. Das geht aus einer aktuellen Biografie über Jens Spahn des Journalisten Micheal Bröcker von der "Rheinischen Post" hervor.

Spahn habe damals einen Hinweis bekommen, dass ihn ein Gegner bei der Vorstellungsrunde fragen wolle, ob er homosexuell sei. Er ließ sich nicht einschüchtern und sprach zunächst selbst mit seiner Mutter und seinem Vater. 

"Ich bin dann zu meinen Eltern rein und habe mich mit ihnen in die Küche gesetzt. Das war wohl das erste Mal, dass wir so richtig offen darüber gesprochen haben."
Jens Spahn

Die Reaktion der Eltern: "Sie waren völlig gelassen", sagt Spahn. Seine Mutter Ulla erzählt in dem Buch: "Wir haben dreimal Luft geholt und akzeptiert, dass die Dinge sind, wie sie sind." 

Bei der entsprechenden Versammlung der CDU machte sein Gegner die Drohung nicht wahr, Spahn wurde überraschend zum Kandidaten gekürt und schaffte schließlich 2002 auch den Sprung in den Bundestag.

Spahn ist heute mit dem Journalisten Daniel Funke verheiratet, dem Leiter des Berliner Büros des Magazins "Bunte". Die beiden lernten sich im Frühjahr 2013 kennen. 

Mit Material von dpa


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