Bild: Getty Images
"Lasst uns Liebe und Toleranz fördern, wann immer wir können."

Allyson MacIvor war mit einer Freundin bei einem Konzert von Jack White in Edmonton in Kanada. Ein schöner Abend, schreibt sie. Als Zugabe spielte White dann auch noch einen ihrer allerliebsten Lieblingssongs – da zog Allyson ihre Freundin zu sich und küsste sie. Von da an war es für sie kein schöner Abend mehr.

Denn eine Mitarbeiterin der Konzerthalle unterbrach die zwei sofort: "Sie zog mich zur Seite, weg von meinem Sitz, wackelte missbilligend mit dem Finger und sagte: 'Das ist hier nicht erlaubt'", so zitiert Allyson die Mitarbeiterin.

Ob sie wirklich den Kuss zwischen den zwei Frauen meine, fragte Allyson nach. Ja, bestätigte die Mitarbeiterin. 

Allyson und ihre Freundin konnten es nicht glauben, hörten sich das Lied noch zu Ende an, ließen sich dann ins Büro einer Vorgesetzten bringen. Dort ernteten sie jedoch auch nur missbilligende Blicke – und den Vorwurf des "unpassenden sexuellen Verhalten".

Sie sei schockiert, dass wir tatsächlich noch in einer Welt lebten, in der man aufpassen müsse, wen man küsse, schreibt Allyson am nächsten Morgen in einem Facebook-Post, der ihr Erlebnis beschreibt.

I’m making a toast, and raising my coffee cup. Last night was a reminder, as I came home speechless, disturbed, and...

Posted by Allyson MacIvor on Saturday, November 3, 2018

Der Post wurde hundertfach geteilt und erreichte so auch Jack White selbst

Der war mit dem Verhalten der Mitarbeiterinnen überhaupt nicht einverstanden – im Gegenteil, er sei "sehr enttäuscht", schrieb er später bei Instagram.

Bei seinem nächsten Konzert im kanadischen Calgary widmete er Allyson und ihrer Freundin deshalb einen Song: "Love Interruption". Das Publikum forderte er währenddessen auf, seine Liebsten zu küssen.

Außerdem postete Jack White auf Instagram ein Bild von einem lesbischen Paar bei einem Beatles-Konzert 1964. Es sei eines seiner Lieblingsfotos, schreibt er.

Die Bitte an seine Fans:

Lasst uns Liebe und Toleranz fördern, wann immer wir können.
Jack White

Der Konzertveranstalter in Edmonton hat sich übrigens bisher nicht entschuldigt. Auf seiner Facebook-Seite ist bisher nur zu lesen, dass der Vorfall "untersucht" werde und das Unternehmen grundsätzlich hinter der LGBTQ-Community stehe.


Gerechtigkeit

Argumente gegen Hass und Stammtischparolen: 12 Bücher gegen Rechts
12 Lesetipps für Menschen, die sich gegen rechtes Gedankengut wehren wollen.