Bild: The Gay Beards

Sie kräuseln sich wild übers Kinn, zwirbeln nach beiden Seiten oder bilden einen ordentlich gestutzten Rahmen: Für manche ist der Bart die wahre Frisur eines Mannes – und zwar nicht erst, seit es Hipster gibt.

Für Jonathan und Brian sind ihre Bärte das, was dem Maler die weiße Leinwand ist: eine Fläche des Ausdrucks, eine Objekt der Kreativität. Sie schmücken sie, mit Holz, Lichterketten oder kleine Pokemon Figuren. Die Fotos ihrer Bart-Frisuren posten sie als "The Gay Beards" ins Netz. Mittlerweile sind die beiden besten Freunde ein Internet-Phänomen. Auf Instagram teilen sie ihre neuesten Kreationen mit fast 250.000 Followern

(Bild: The Gay Beards)

Brian und Jonathan kommen aus Portland in den USA kennen sich seit ihrer Kindheit. Schon früher liebten sie es, gemeinsam kreativ zu sein. Mit den ersten Bartstoppeln kam auch die erste Liebe – und zwar für Männer. Jonathan und Brian merkten beide, dass sie homosexuell sind. An ihrer Freundschaft änderte das nichts.

Sie machten weiterhin alles zusammen. Auch ihre Bärte liessen sie gemeinsam wachsen. Als ein befreundeter Fotograf die Bärte der Jungs mit Blumen dekorierte und davon ein Foto schoss, waren "The Gay Beards" geboren. Seit 2014 posten Jonathan und Brian abgefahrene Bartfrisuren in den sozialen Medien, auf ihrem YouTube Kanal gibt es die Anleitungen gleich dazu. Sie befassen sich dort aber auch mit ernsten Themen, wie dem Coming Out. 

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Wir haben die "Gay Beards" gefragt, welche Frisur ihr Favorit ist, wie viel Geld sie für ihre Bartpflege ausgeben und ob hinter all dem bunten Glitzer nicht vielleicht doch eine ernste Botschaft steckt. 

Wie lange braucht es von der ursprünglichen Idee bis zum fertigen Foto auf Instagram? 

Das hängt vom Bart ab. Manchmal dauern Einkauf und Vorbereitungen für ein Foto einen ganzen Tag. Das Foto zu schießen und für Facebook und Instagram aufzubereiten, dauert oft einen weiteren Tag. Manchmal geht es schneller: Die Glitzer Bärte etwa hatten wir in ein paar Stunden fotografiert. Das Glitzer wurden wir zwar ewig nicht wieder los, dafür gab es den größten Hype um dieses Bild. Glitzer scheint der Favorit unserer Fans zu sein. 

Die Glitzer Bärte waren ein viraler Hit.

Was ist euer Lieblingsfoto?

Wir lieben den Blaubeer-Bart. Es hat lange gedauert, die ganzen Beeren aufzuspießen. Sie waren auch ziemlich schwer, aber das fertige Bild war so schön – und blau. 

Wie befestigt ihr die Dekoration in euren Bärten? 

Blumen im Bart halten von alleine, ansonsten nutzen wir häufig Zahnstocher, Haarklammern, Klebstoff und Faden.

Wie viel Geld gebt ihr monatlich für Bartpflegeprodukte aus? 

Das ist sehr unterschiedlich. Über die Jahre haben wir viele Produkte gesammelt, die wir immer wieder mal nutzen. Normalerweise beginnt unsere Bartpflege mit einem guten Shampoo und einer Spülung, dann tragen wir Bart-Öl und Balsam auf, Schnäuzer-Wachs und am Ende sehr viel Haarspray. Das kostet uns monatlich zwischen vierzig und fünfzig Dollar.

All der Aufwand, nur um ein paar alberne Bilder zu posten? Oder steckt vielleicht doch mehr hinter eurem Projekt? 

Ursprünglich wollten wir, dass "The Gay Beards" Leute zum Lachen bringt – gerne auch über uns. Wir haben dann aber schnell bemerkt, dass es mehr war. Vielen jungen Leute aus der LGBT Community, uns eingeschlossen, fällt es schwer, sich selbst zu akzeptieren, selbstbewusst zu sein. Wir stellten fest, dass unsere Plattform auch ein Ort sein könnte, auf dem wir anderen zeigen, dass Homosexualität keine erschreckende, heimliche Identität ist, sondern etwas, worauf man stolz sein kann.

Vor allem sollen unsere Fotos jedem, der sie ansieht, etwas mitgeben. Jeder hat einen Grund gestresst, besorgt, deprimiert oder einsam zu sein. Wir wollen unser Bestes geben, damit die Leute von diesen Sorgen eine Pause machen und einfach mal lachen können. 


Grün

Niederländischer Supermarkt führt Gang nur für Produkte ohne Plastik ein
Ein Meilenstein im Kampf gegen den Plastikmüll der Lebensmittelindustrie

Egal ob als Wasserflasche, Einkaufstüte oder Müllbeutel: Plastik ist einfach unglaublich praktisch, weshalb es viele gerne und oft benutzen. Aber genau das soll sich zukünftig ändern.

Denn Plastik bedeutet vor allem Müll: Ein Drittel der 78 Millionen Tonnen weltweit genutzten Plastikverpackungen landen laut des World Wildlife Funds unkontrolliert in unserer Umwelt. Pro Jahr. 

Vor allem für unsere Gewässer ist das besonders gefährlich: Der Müll gelangt als winzige Partikel in die Körper von Meerestieren und durch deren Verzehr sogar in den menschlichen Organismus. (bento)