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Zwei Fragen, zwei Antworten

Der Oberste Gerichtshof in Indien hat entschieden, dass homosexuelle Handlungen nicht mehr strafbar sind. Mit der Entscheidung strichen die Richterinnen und Richter den schwulen- und lesbenfeindlichen Teil eines Paragrafen, der bereits im 19. Jahrhundert in Kraft getreten war. 

Wie hat das Gericht in Indien die Entscheidung begründet?

Das Gericht erklärte in seinem Urteil, die Kriminalisierung von Sexualverkehr sei irrational und willkürlich. Zudem verstoße sie gegen die Verfassung. Der Paragraf 377 sei außerdem zur Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Transgendern eingesetzt worden.

Nach dem Gesetz konnte Sex unter Schwulen und Lesben mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden – selbst dann, wenn er einvernehmlich und im Privaten stattfand. Über die Anzahl der Verurteilungen in den vergangenen Jahren gibt es unterschiedliche Berichte. Kritikerinnen und Kritiker sagten jedoch, es sei von der Polizei und anderen genutzt worden, um LGBT zu belästigen und zu bedrängen. (Times of India)

Das ebenfalls in dem Gesetzestext geregelte Verbot von Sex mit Tieren ist von dem Urteil unberührt. 

Warum gab es das Gesetz gegen Homosexualität überhaupt noch?

Bereits in der Vergangenheit hatte es Bestrebungen gegeben, die diskriminierende Regelung abzuschaffen. Das jetzt gestoppte Gesetz war eines der ältesten weltweit, in dem Homosexualität kriminalisiert wurde. Es hatte seine Wurzeln in der britischen Kolonialzeit.

2013 war ein erster Vorstoß, Sex unter Homosexuellen zu entkriminalisieren, noch vom Obersten Gericht Indiens noch gestoppt worden. 

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

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Selbst in der Auseinandersetzung mit Donald Trump gibt es noch Premieren: Die "New York Times" hat am Montag einen anonymen Kommentar veröffentlicht, der offenbar von einem hochrangigen Mitarbeiter der US-Regierung geschrieben wurde (hier nachzulesen).

Der Vorgang ist außergewöhnlich: Die NYT ist dafür bekannt, normalerweise nur Artikel zu veröffentlichen, die namentlich gekennzeichnet sind. In einem Tweet erklärte die Zeitung ihr Vorgehen so: