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Ab dem Frühjahr 2016 will Frankreich Homo- und Bisexuellen erlauben, Blut zu spenden. Das hat die französische Gesundheitsministerin am Mittwoch angekündigt. Die Regierung will das seit 1983 geltende Verbot in zwei Etappen aufheben. "Es ist das Ende eines Tabus und einer Diskriminierung", sagte Marisol Touraine der französischen Tageszeitung Le Monde.

In einem ersten Schritt dürfen Männer ihr Blut spenden, die seit 12 Monaten keinen Sex mit einem anderen Mann gehabt haben. Blutplasma können jene spenden, die seit vier Monaten in einer stabilen Beziehung leben und nur mit ihrem Partner geschlafen haben.

Falls das alles unproblematisch verläuft, will die französische Regierung die Einschränkungen ab 2017 weiter lockern. Außerdem soll der Fragebogen, den jeder Blutspender vorab ausfüllen muss, entsprechend überarbeitet werden.

Die Organisation SOS Homophobie begrüßt zwar die Entscheidung der Regierung. Trotzdem stelle sie Homo- und Bisexuelle weiterhin nicht mit anderen gleich.

Seit 1983 gelten Schwule in Frankreich als sogenannte Risikobevölkerung. Im April 2015 hatte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden, das Blutspendeverbot für einzelne Personengruppen sei unter bestimmten Umständen rechtens. Das in Frankreich geltende Verbot ist aber zu hart. Die Richter hatten die Regierung in Paris deshalb aufgefordert, das Gesetz zu überarbeiten.

In Deutschland dürfen Schwule weiterhin kein Blut spenden. Das Verbot gilt auch für Prostituierte und Heterosexuelle, die häufig ihre Sexpartner wechseln.