Bild: Cassils and Robin Black

Mann oder Frau? Mit diesen beiden Kategorien kommt man bei dem Bild des kanadischen Trans-Aktivisten und Künstlers Cassils nicht weiter. Wäre ja auch langweilig. Das Bild hängt gerade als Poster an Bahnhöfen, um für eine Ausstellung zu werben: Das LWL-Museum in Münster zeigt in Zusammenarbeit mit dem Schwulen Museum* Berlin und dem Deutschen Historischen Museum Berlin "Homosexualität_en".

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Die Ausstellung zeigt Menschen, die nicht in die alten Geschlechterkategorien passen, sondern die ihre Identität anders verstehen. Das Cassils-Bild und der Name der Ausstellung sollen zeigen, worum es geht: die Pluralität von geschlechtlichen Identitäten. Die Besucher sollen über ihr eigenes Verständnis von Geschlecht und Identität nachdenken.

Unser Anliegen ist es, Lebensentwürfe jenseits der heterosexuellen Norm aus der Tabuzone in unsere Mitte zu holen.
LWL-Direktor Matthias Löb

Ursprünglich wollte die Deutsche Bahn die Plakate nicht aufhängen – offenbar aus Angst, Bahnreisende könnten zu sehr irritiert werden. Die Bahn teilte zunächst mit, die Öffentlichkeit reagiere sensibler als bisher auf Sexismus. Angeführt wurden ausgerechnet die Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht.

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Cassils warf der Bahn daraufhin Transphobie vor, also Angst vor Transgender-Menschen und Diskriminierung (Artnews). Tatsächlich seltsam – schließlich ist Werbung mit knapp bekleideten Frauen und Männern, die man sexistisch finden kann, durchaus an Bahnhöfen zu sehen. Die Bahn wollte offenbar eine Debatte darüber vermeiden und erlaubte die Poster dann doch noch.


Streaming

Netflix, warum bist du so unsozial?
Es ist unmöglich, Freunden gute Filme und Serien zu empfehlen.

Ah ja, meine Freundin hat also wieder "How I met your Mother" geschaut, als würde es beim dritten Mal lustiger. Und meine Schwester kommt nicht von "Lost" los. Nur meine Eltern verschmähen mein Weihnachtsgeschenk und haben schon lange keinen Stream mehr aufgerufen. Das alles weiß ich, weil ich es nachschauen kann: Seit wir alle uns einen Netflix-Account teilen, haben wir jederzeit Einblick in den Filmgeschmack der anderen.

Unser Netflix-Account für vier Leute kostet 11,99 Euro pro Monat, theoretisch können wir alle gleichzeitig streamen – ein fairer Deal, zumal jeder ein eigenes Profil hat, so dass wir uns nicht gegenseitig die Favoriten-Listen mit Quatsch vollspammen. Doch so praktisch die Profile sind, so lächerlich strikt sind sie getrennt.