Zwei Fragen und Antworten zum Protest

Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Mariengarden setzen ein Zeichen gegen Homophobie: Etwa 600 Personen protestierten am Donnerstag dagegen, dass ein homosexueller Referendar an ihrer Schule auf Grund seiner Hochzeitspläne nicht weiter beschäftigt wurde. (bento)

Wie sah der Protest genau aus? 

Die Kinder und Jugendlichen stellten sich auf dem Schulhof auf, jeder trug einen bunten Luftballon. Von Weitem bildeten sie zusammen eine Regenbogenflagge

Zu einem symbolischen Regenbogen aus Luftballons stellten sich Schüler und Lehrer des Gymnasiums Mariengarden am...

Posted by Borkener Zeitung on Thursday, September 27, 2018

Die Schülerinnen und Schüler zeigen mit einem Banner, wie sie ihre eigene Schule eigentlich wahrnehmen: Mariengarden ist bunt. Unter dem gleichnamigen Hashtag soll der Protest auch in die sozialen Medien weitergetragen werden.

2 Wie reagiert der Schulträger auf die Proteste?

Die Schule postete auf ihrer Website ebenfalls ein Foto der Luftballon-Regenbogenflagge mit der Überschrift #Mariengardenistbunt. Der katholische Oblaten-Orden, zu dem das Gymnasium Mariengarden gehört, hält weiter an seiner Entscheidung fest. Am Donnerstag sagte ein Ordenssprecher, dass es keine neuen Stellungnahmen geben wird. (Kirche und Leben)

Trotzdem betonen die Schulleitung und der Träger, dass das Borkener Gymnasium eine offene Schule sei: 

Die Erziehung zu Toleranz und Offenheit empfinden wir dabei nicht erst jetzt als wichtigen Bestandteil des Schullebens.

Sie sehen die Diskussionen über den Fall des homosexuellen Referendars als "Chance zu einem besseren Verstehen" (Bonner Generalanzeiger). 


Today

Hamburger AfD-Fraktionschef tritt wegen "Zusammenarbeit mit Rechtsradikalen" aus
"Irgendwann ist auch der längste Geduldsfaden zu Ende"

Jörn Kruse war AfD-Mitglied der ersten Stunde – schon 2013 trat der Wirtschaftsprofessor bei, als Bernd Lucke die "Alternative" als Anti-Euro-Partei gründete. Doch im Gegensatz zu Lucke blieb Kruse auch dann noch in der Partei, als diese immer weiter an den rechten Rand rückte. Seit 2015 sitzt er für die Partei in der Hamburger Bürgerschaft, er ist Vorsitzender der dortigen AfD-Fraktion. (Wikipedia)

Doch nun ist die AfD offenbar auch Kruse zu rechts: Er legt zum 1. Oktober seinen Fraktionsvorsitz nieder und tritt aus der Partei aus.

Das kündigte er den Fraktionsmitgliedern am Donnerstag in einer Email an, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Seinen Schritt begründet er darin mit der zunehmenden Zusammenarbeit von Teilen der AfD mit Rechten und Rechtsradikalen, die er "untolerierbar" nennt. "Irgendwann ist auch der längste Geduldsfaden zu Ende", heißt es in der Email.

Kruse hatte sich in der Vergangenheit bereits gegen rechtsradikale Tendenzen in der AfD ausgesprochen: So nannte er Björn Höcke nach seiner Rede zum Holocaust-Mahnmal einen "Idioten". Die Partei dürfe sich nicht radikalisieren, sagte er damals. (Hamburger Morgenpost)

Kruse wird auch nach seinem Austritt weiter der Bürgerschaft angehören, jedoch nur noch als fraktionsloser Abgeordneter.

Mit Material von dpa