Bild: Screenshot Das Erste/Eurovision.de
Das Finale dürfen sie als Strafe gar nicht mehr zeigen.

Der chinesische Streaming-Dienst Mango TV hat die Übertragung des ersten Halbfinales des Eurovision Song Contest teilweise zensiert und dabei LGBT-Inhalte herausgeschnitten. 

Neben dem albanischen Beitrag wurde auch der Auftritt des irischen Sängers Ryan O'Shaughnessy nicht gezeigt, bei dem zwei männliche Tänzer händchenhaltend zu sehen waren. Außerdem wurden Regenbogenflaggen im Publikum nur gepixelt gezeigt. (BBC) Ein weiterer Grund für die Zensur: die tätowierten Arme von Sänger Eugent Bushpepa – zu viel für den Streamingdienst, der zur zweitgrößten chinesischen Fernsehanstalt Hunan TV gehört.

Welche Reaktionen gab es?

Die Europäische Rundfunkunion, die für die Ausstrahlungsrechte des ESC verantwortlich ist, hat bereits am Donnerstag reagiert – und der chinesischen Plattform die Ausstrahlung des zweiten Halbfinales am selben Tag sowie des Finales am Samstag verboten. Zensur sei nicht "im Einklang mit den Werten der Rundfunkunion". Dazu gehöre auch die Tradition, Vielfalt durch Musik zu zelebrieren. (DW)

Obwohl Homosexualität in China straffrei ist, kommt es immer wieder zu derartiger Zensur: Erst vor kurzem hatte das chinesische soziale Netzwerk Weibo angekündigt, künftig homosexuelle Inhalte verbieten zu wollen. Nach heftiger Kritik von Nutzerinnen und Nutzern des Netzwerks nahmen die Verantwortlichen die Entscheidung aber wieder zurück. (bento)

Update, 11.17 Uhr: In einer früheren Version des Artikels stand, dass das zweite Halbfinale erst am Freitagabend stattfindet. Richtig ist, dass es bereits am Donnerstagabend lief. Wir haben den Fehler korrigiert.


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