Bild: Screenshot/Instagram
"Für nichts auf der Welt würde ich all das ändern"

Patricio Manuel hat gleich zwei Karrieren als Boxer hinter sich: Die erste brachte ihn fast zu den olympischen Spielen 2012 in London. Damals hieß er noch Patricia. Doch dann beendete eine Verletzung alle Hoffnungen. 

Kurze Zeit später begann Manuel mit seiner Geschlechtsangleichung, unterzog sich einer Hormonbehandlung und chirurgischen Eingriffen. Jetzt ist er wieder da. Als Patricio. 

An diesem Wochenende gewann der 33-jährige seinen ersten Profikampf. Als erster Transgender überhaupt. 

In der kalifornischen Stadt Indio siegte Manuel gegen den Mexikaner Hugo Aguilar. Er brachte seinen Konkurrenten aus der Superfliegengewicht-Klasse nach vier Runden zu Boden und siegte nach Punkten. Der "Los Angeles Times" sagte er danach:

„Für nichts auf der Welt würde ich all das ändern, was ich tun musste, um das zu erreichen.“
Patricio Manuel

Bis dahin war es ein weiter Weg. Manuel musste bis 2016 warten, um als Mann eine Lizenz fürs Profiboxen zu erhalten. 

Sein erster Gegner als Profi hatte von seiner Geschichte angeblich erst zwei Tage vor dem Kampf erfahren. Er sagte kurz vor dem Aufeinandertreffen der beiden: "Ich habe viel Respekt für das, was er getan hat." Und: "Das ändert für mich nichts, wenn wir im Ring stehen, wir wollen beide dasselbe, den Sieg."

Am Ende reichte es jedoch für Manuel.

Transsexuelle Menschen haben vielfältig mit Schwierigkeiten und Diskriminierung zu kämpfen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO entschied erst in diesem Jahr, Transsexualität nicht mehr als Krankheit zu betrachten – doch eingeführt soll die Änderung erst im Jahr 2022

Dass selbst im testosteronlastigen Boxsport schon vier Jahre früher ein transsexueller Profi gewinnen kann, zeigt, wie langsam viele rechtliche und gesellschaftliche Hürden erst abgebaut werden. 


Gerechtigkeit

Protest oder nur Randale? Was junge Franzosen über die "Gelbwesten" denken
Wir haben einen Anhänger gefragt – und eine Gegnerin.

In Frankreich kommt es seit Wochen immer wieder zu Protesten. Die Menschen, die samstags auf die Straße gehen, nennen sich "Gilets Jaunes", zu deutsch: Gelbe Westen. Der Name ist eine Anspielung auf die Warnwesten, die in Frankreich jede Autofahrerin und jeder Autofahrer dabei haben muss – und die viele bei den Protesten tragen. 

Warum protestieren die Menschen in Frankreich?

Mitte November hatte der Protest aus Unmut gegen die Ökosteuer von Präsident Emmanuel Macron angefangen. Bei der Steuer sollen die Kraftstoffpreise schrittweise steigen, eine Idee zum Klimaschutz. Inzwischen entlädt sich in der Bewegung aber der gesamte Unmut über die Politik Macrons. Die Protestierenden fordern unter anderem die Anhebung von Mindestlohn und Renten, sowie Steuersenkungen.