Die nächsten Schritte hin zur Ehe für alle sind getan. Bereits vor einer Woche unterzeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Gesetz. Am Dienstag übermittelte dann Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an die Bundesländer die sogenannten Anwendungshinweise zur Umsetzung des Eheöffnungsgesetzes. 

Am Freitag ist es nun im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und kann somit am 1. Oktober in Kraft treten. Das teilte der Lesben- und Schwulenverband mit. (Weitere Infos zur Ehe für alle beim Verband)

Was heißt das?

Lesbische und schwule Paare können also jetzt schon mal Termine ab Oktober bei den Standesämtern vereinbaren, wenn sie heiraten oder ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln wollen.

Was gibt es zu beachten?
  • Zuständig ist das Standesamt, an dem einer der Lebenspartner seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. 
  • Bei der Anmeldung müssen die Lebenspartner ihre Identität, die Namensführung – also welchen Nachnamen sie jeweils tragen möchten –, den Familienstand und den Wohnsitz für die Zuständigkeit angeben. 
  • Bei der Umwandlung einer Lebenspartnerschaft in eine Ehe werden die Ehevoraussetzungen sowie die Auflösung bisheriger Ehen und Lebenspartnerschaften nicht erneut geprüft.
  • Wie viel ein Upgrade kosten wird, wird von den Bundesländern und teilweise von den Gemeinden festgelegt. (queer.de)

Fühlen

Micheles Bekenner-Video: "Jeden Tag kann ein Schub kommen"

Als Michele 19 Jahre alt ist, kann er eines Tages nicht mehr klar sehen. Seine Augen sind lichtempfindlich und wenn er nach links schaut, sieht er alles doppelt. Nach einigen Tests dann die Schockdiagnose: Michele hat Multiple Sklerose

Damit ist er einer von rund 200.000 Menschen mit MS in Deutschland. Die Krankheit ist nicht vererblich, die Ursache ungeklärt. Der Körper arbeitet gegen sich selbst. Die chronisch-entzündliche Erkrankung des Nervensystems kann Gehirn, Rückenmark und Sehnerven befallen. Die Schäden sind irreparabel. 

Multiple Sklerose wird auch "die Krankheit mit den tausend Gesichtern" genannt. Deshalb gibt es auch keine genauen Prognosen. Michele muss lernen mit der Ungewissheit zu leben. Gehört er zu denen, die zwanzig Jahre von Schüben verschont bleiben? Oder erwartet ihn ein Leben, das irgendwann womöglich sogar im Rollstuhl stattfindet?