Bild: Dia Dipasupil/Getty Images
Es hagelt Kritik aus der queeren Community.

Die Trump-Regierung erwägt laut Medienberichten, Transgender nicht mehr offiziell anzuerkennen. Das Geschlecht solle demnach als unveränderlich gelten und schon bei der Geburt anhand der Genitalien festgelegt werden. Das geht laut "New York Times" aus einem Dokument des US-amerikanischen Gesundheitsministeriums vor, das der Zeitung vorliegt.

Das ist nicht der erste Versuch der Regierung, die Rechte von Transgendern einzuschränken.

2017 versuchte Trump zu verhindern, dass Transgender in die US-Armee aufgenommen werden dürfen, scheiterte aber am Bundesgericht und Militärangehörigen, die vor Gericht klagten. Für seinen erneuten Vorstoß wird Trump nun heftig kritisiert.

Zu den Kritikerinnen und Kritikern gehört auch Caitlyn Jenner.

Jenner, Transgender-Aktivistin, gab Donald Trump bei der Präsidentenwahl ihre Stimme und zählte zu den prominentesten Unterstützerinnen des Präsidenten. Jetzt distanziert sie sich aber von ihm.

Mit einem Foto richtete sie sich auf Twitter direkt an Trump:

"Trans people won't be erased", also "Transmenschen werden nicht ausgelöscht", ist auf dem Foto zu lesen.

"Ich dachte, Trump würde Transmenschen helfen."

In einem Gastbeitrag für die "Washington Post" führt sie nun ihre Gedanken aus. Die Überschrift: "Ich dachte, Trump würde Transmenschen helfen. Ich lag falsch." Sie habe gedacht, sie könne in den Köpfen der Republikaner etwas verändern. Trump sei schließlich der erste Kandidat der Partei gewesen, der angekündigt hat, queere Menschen unterstützen zu wollen. 

Bei der "Republican National Convention" 2016, bei der die Delegierten der Partei ihre Vertreterinnen und Vertreter nominierten, sei sie durch den Applaus ermutigt worden, den es gab, als Trump sagte, er wolle für die LGBTQ-Community eintreten. Das tat er aber nicht  – stattdessen habe Trump "unsere Menschlichkeit" ignoriert und "unsere Würde beleidigt", schreibt Jenner nun. (Washington Post)

Den Sinneswandel kaufen ihr viele nicht ab. 

Man wirft ihr vor, sich plötzlich nur für das Thema zu interessieren, weil sie nun persönlich betroffen sei. Vorher habe es ihr herzlich wenig ausgemacht, wenn die Trump-Regierung Minderheiten diskriminiert habe. 11.000 Mal wurde der Beitrag kommentiert. Es hagelte größtenteils Kritik und Vorwürfe.

"Was stimmt nicht mit dir? Plötzlich ist es wichtig, weil es dich betrifft?"

"Du bist Abschaum. Die LGBTQ-Community stand dir während deiner Transition bei und du hast das geopfert, indem du die eine Gruppe, nämlich Konservative, unterstützt hast, die dich und LGBTQ-Menschen am ehesten verachten. Jetzt bist du schockiert und verärgert, dass die Regierung gegen Transgender ist? Hau ab!"

Caitlyn Jenner wird nicht zum ersten Mal für ihr Verhältnis zu Trump kritisiert.

2017 rechtfertigte sie sich in der "Late Night with Seth Meyers". "Die Republikaner machen keinen guten Job, wenn es um Gleichberechtigung oder die LGBTQ-Community geht. Darin sind die Demokraten besser", sagte sie. Sie sei aber "schon etwas älter und vielleicht auch etwas konservativer" und glaube "an kleine Dinge wie die Verfassung, Freiheit und den schlanken Staat".

Sie glaube daran, dass die Bürgerinnen und Bürger das Land "aus dem Chaos holen können, in dem wir uns derzeit befinden" – finanziell und ökonomisch. In diesen Bereichen seien die Republikaner besser und auch Trump habe in einigen Bereichen gute Arbeit geleistet.



Today

Elf Tote nach Schüssen an Synagoge in Pittsburgh – was wir bisher wissen
Der mutmaßliche Täter ist gefasst.


An einer Synagoge in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania hat ein Mensch elf Menschen erschossen und sechs Menschen verletzt. Das gab der Direktor für Öffentliche Sicherheit der Stadt Pittsburgh bekannt. Unter den Verletzten sind offenbar auch vier Polizisten. (New York Times)