Bild: dpa/Jörg Carstensen

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bieten ihren Gästen WLAN. In 26 U-Bahnhöfen ist das Angebot bereits installiert (bento). Allerdings bestimmt die BVG auch, welche Seiten angesurft werden dürfen – jugendgefährdende Seiten werden gesperrt. Darunter fallen Pornoseiten, aber auch terroristische Netzwerke.

Und aus Sicht des BVG gehören auch mehrere Seiten mit LGBT-Themen dazu. Unter anderem die Datingseite Planet Romeo und die Newsseite queer.de werden blockiert.

Queer.de-Geschäftsführer Micha Schulze sagte dem Berliner "Tagesspiegel", er könne nicht verstehen, warum die BVG seine Seite sperren. Eigentlich stünden die Verkehrsbetriebe für gelebte Toleranz.

In der Vergangenheit wurde queer.de auch schon im Starbucks-Netz und dem WLAN der Deutschen Bahn gesperrt. "Es nervt, dass wir gesperrt werden – aus Gründen, die wir nicht nachvollziehen können", sagt Schulze.

Im Laufe des Donnerstag gab es mehrere Beschwerden auf Twitter:
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Die BVG selbst kann sich auch nicht erklären, wie das passieren konnte. Die Entscheidung, welche Seiten blockiert werden, liegt bei dem externen Dienstleister Hotsplots, der das WLAN betreut. Auf die Tweets reagierte die BVG mit einer Entschuldigung und der Ankündigung, sich rasch um das Problem zu kümmern:

Noch am Donnerstagabend soll queer.de freigeschaltet worden sein ("Berliner Zeitung"). Laut dem Provider Hotsplots war queer.de auf einer externen Filterliste gelandet, die mehr als eine Million Einträge enthält. Der Provider habe die Seite nicht selbst gesperrt. Eine BVG-Sprecherin sagte der "Berliner Zeitung", die Filterliste berufe sich auf eine Blacklist der Universität Toulouse.

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