Der Landesvorsitzende der Jungen Alternative Niedersachsen, Sören Hauptstein, hat nach eigenen Angaben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung angezeigt. Es geht um Plakate, die für Kondome werben sollen. Darauf zu sehen sind Comicfiguren beim Sex. Darunter sind auch zwei Männer.

Hauptstein wirft der Bundeszentrale vor, Minderjährigen pornografische Schriften zugänglich zu machen. Auf Facebook vermutet er außerdem, dass "Gender-Ideologen die Aufklärungsarbeit nur als Deckmantel benutzen" würden. Deren eigentliches Ziel: "Eine frühsexualisierte, multisexuelle 'Gesellschaft der Vielfalt'".

Huch? Dabei will die Bundeszentrale doch nur, dass junge Menschen sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV schützen – mit Plakaten, die harmloser sind als jede ARD-Vorabendserie:

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Vorgestellt hat die neue Kampagne Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) persönlich. Die Plakate werden seit einigen Tagen in Deutschland aufgehängt, insgesamt sollen es 65.000 Stück werden – für den AfD-Dunstkreis nichts weniger als ein "Pornoskandal".

Der nun angeblich klagende Nachwuchs ist mit seiner Kritik ganz auf Linie der AfD: Die hängt schließlich einem Familienbild nach, bei dem Vater und Mutter für ihre Kinder da sind – gleichgeschlechtliche Partner passen nicht ins Weltbild.

Sören Hauptstein erregt auch der Bildungsplan der rot-grünen Regierung in Niedersachsen. Der sieht vor, dass an Schulen auch schwule und lesbische Paare thematisiert werden – und andere Formen der Partnerschaft als die monogame Zweierbeziehung. Die Frauenquote lehnt er als Ungleichbehandlung von Männern ab. (jetzt)

Einfältigkeit gegen "Gesellschaft der Vielfalt"

Seine Facebook-Mitteilung zeigt außerdem, worum es den Rechtspopulisten geht: Sie fürchten unsere "vielfältige Gesellschaft". Damit bewegen sie sich ziemlich dicht an den Anhängern von Pegida, die gerade gegen Kinderschokolade hetzen.

Die Zuckerfirma hatte den blonden Jungen auf der Packung gegen Kinderfotos der Nationalmannschaft ersetzt – also gegen Kinder, die auch eine dunklere Haut- und Haarfarbe haben. Für einige Pegidisten offenbar ein weiterer Beweis für den drohenden Untergang:

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Fühlen

Bringen mich Partydrogen auf den Psychotrip?
Dr. Mark Benecke erklärt.

Du feierst mit Freunden, jemand bietet dir eine Pille an, du schluckst sie und siehst unheimliche Dinge, selbst in den Tagen danach verfolgt dich der Horror.

So geht es Hauptfigur Tina in "Der Nachtmahr". Der neue Kinofilm zeichnet ein unheimliches Bild der Berliner Clubszene.

Viele Filme vermitteln den Eindruck, dass Partygänger auf Drogen regelmäßig Psychotrips erleben, mit Halluzinationen und Verfolgungswahn. Auch in "Berlin Calling" und "Das weiße Rauschen" verlieren junge Menschen unter Drogeneinfluss die Kontrolle über ihren Verstand.