Bild: dpa / Michael Kappeler

Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke ist der Rechtsaußen der Rechtsaußen-Partei. Er ist bekannt für rassistische Ausfälle – die AfD hält trotzdem noch zu ihm. Nun hetzt Höcke gegen Schwule, und verdreht dabei die Fakten.

Auf Facebook unterstellt Höcke dem Thüringer Landeschef Bodo Ramelow (Die Linke), er würde einen "Analsex-Workshop" fördern und dafür Gelder für Klassenfahrten streichen. Dazu schreibt Höcke, ein Seminar gelte der "'Fortbildung' homosexueller Männer" und sei "Bildungspolitik für'n Arsch."

Für Bodo ist Analsex pädagogisch wertvoller Die Thüringer Landesregierung setzt Prioritäten! Die Mittel für...

Posted by Björn Höcke on Mittwoch, 28. September 2016
Worauf bezieht sich Höcke?

Auf die Hirschfeld-Tage, die von Mitte Oktober bis Mitte Dezember in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stattfinden. Darin wird am 25. November ein Workshop angeboten, der sich mit dem Thema Analsex auseinandersetzt. Auf die Facebook-Seite der AfD-Thüringen hatte sich in einem Post bereits über den Workshop beschwert.

Was sind die Hirschfeld-Tage?

Die Veranstaltungsreihe vereint Workshops, Seminare und Vorträge zur Sexualaufklärung (Hier findet ihr das Programm für Thüringen, das gesamte gibt es demnächst hier). 2012 fanden sie in Berlin, 2014 in Nordrhein-Westfalen statt.

Die Tagungen werden von der Magnus-Hirschfeld-Stiftung getragen und von vielen Vereinen unterstützt, darunter LGBT-Vereine, Aids-Hilfe und "DenkBunt", ein Förderprogramm des Thüringer Bildungsministeriums.

Stimmen die Vorwürfe?

Nein. Zwar ist richtig, dass Thüringen das Budget für Klassenfahrten in diesem Jahr gekürzt hat, allerdings hängt das nicht mit dem Förderprogramm für die Hirschfeld-Tage zusammen. Im Bildungsministerium wurden die Gelder gekürzt, weil viele Thüringer Schulen das Budget für Klassenfahrten nicht vollständig genutzt hatten. (Thüringer Allgemeine)

Das Problem ist hier ein anderes: Die Ministerien schließen ihre Töpfe, obwohl die Schulen ihr Budget für das kommende Jahr noch nicht fertig haben.

Auch die zweite Anschuldigung Höckes – der Workshop sei Teil des Bildungsplanes – stimmt nicht. Er ist überhaupt nicht für minderjährige Schüler oder nur für Schwule gedacht, sagt der Veranstalter Jörg Litwinschuh in einer Stellungnahme: Das Seminar sei lediglich "ein sexualpädagogischer, außerschulischer Workshop für Erwachsene". Wenn Höcke es uminterpretiere, wolle er nur provozieren.

"Dahinter steckt schlicht und ergreifend Homosexuellenfeindlichkeit."
Jörg Litwinschuh, Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Auch sexuelle Handlungen finden beim Workshop übrigens nicht statt, sagte der Workshop-Leiter queer.de. Stattdessen ginge es vor allem um "Schutz und Aufklärung vor Krankheiten und Infektionen".

Wer ist Magnus Hirschfeld?

Ein Sexualforscher und Aufklärer aus der Zeit der Weimarer Republik. Er gilt als Begründer der deutschen Homosexuellen-Bewegung und trat dafür ein, Homosexualität nicht, wie damals üblich, als Krankheit zu betrachten. (Hier findet ihr einen Nachruf auf ihn)

In den zwanziger Jahren wurde Hirschfeld für seine Arbeit stark angefeindet: Die Nazi-Zeitungen "Stürmer" und "Völkischer Beobachter" hetzten gegen ihn. Eine Gruppe Rechter schlug ihn nach einem Vortrag in München zusammen. Später lebte Hirschfeld im Exil. Nationalsozialisten zerstörten sein Berliner Institut für Sexualwissenschaften und verbrannten die Bibliothek.

Mit der Diffamierung der Workshops der Hirschfeld-Stiftung macht Björn Höcke weiter, womit die Nationalsozialisten angefangen haben.

Wie sehr er und die AfD damit Homophobie schüren, zeigen die Kommentare auf Facebook:
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Gerechtigkeit

Dokumente aufgetaucht: Donald Trump könnte seit Jahrzehnten keine Steuern zahlen
Die "New York Times" vermutet, dass Trump wegen hoher Verluste seit Jahrzehnten keine Einkommensteuer zahlen muss.

Wieviel Steuern zahlt Donald Trump? Bisher weigert sich der Geschäftsmann hartnäckig, seine Steuerbescheide offenzulegen. Obwohl das bei Präsidentschaftskandidaten eigentlich dazugehört.

Jetzt vermutet die "New York Times", den Grund für die Zurückhaltung gefunden zu haben: Womöglich zahlt Trump seit 18 Jahren überhaupt keine Einkommensteuer.

Die Zeitung hat Dokumente zugespielt bekommen, nach denen Donald Trump im Jahr 1995 einen Verlust von 916 Millionen Dollar bei der Steuer geltend gemacht hat. In so einem Fall, so Steuerexperten, verzichtet die Steuerbehörde für viele Jahre auf Einkommensteuer.

Trump hatte sich mit Casinos und Hotels verspekuliert und stand zeitweise vor dem Bankrott. Wer mit ihm Geschäfte gemacht hatte, blieb auf Rechnungen sitzen. Darunter sind auch kleine Handwerksbetriebe. Investoren und Banken verloren viel Geld.

In der ersten Fernsehdebatte mit Hillary Clinton kommentierte er die Vorwürfe, er würde keine Steuern zahlen, mit einem Zwischenruf: "That makes me smart."