Bild: dpa/Rodong Sinmun/YNA

Man kann viel über die deutsche Politik streiten, aber eines ist sicher: Wir leben in einer Demokratie.

Das war nicht immer so. Gerade 75 Jahre ist es her, da verteilten Menschen wie die Geschwister Sophie und Hans Scholl in München Flugblätter, in denen sie zum Widerstand und Mord von Adolf Hitler aufriefen. Sie nannten sich die "Weiße Rose". (Bundeszentrale für politische Bildung)

Es gibt auch heute noch Diktaturen auf der Welt. Der "Freedom in the World"- Report 2017 spricht von 49 "unfreien" Staaten weltweit.

Wie es ist, in so einer Diktatur zu leben, können sich hier die wenigsten vorstellen. 

Das will das "Zentrum für politische Schönheit" nun ändern. Zum 75. Jubiläum der Weißen Rose ruft es dazu auf, Flugblätter an die heutigen Diktatoren zu verfassen – und sucht Mutige, die sie in den Ländern auch verteilen.

Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren mit der deutschen Staatsbürgerschaft können sich demnach dafür bewerben, in eine "Diktatur ihrer Wahl" zu reisen. Zur Auswahl stehen folgende Länder:

  • Syrien
  • Russland
  • Sudan
  • Nordkorea
  • Eritrea
  • Simbabwe
  • Türkei
  • Usbekistan
  • Saudi-Arabien
  • Tschetschenien
In dem Video-Aufruf zur Aktion erfährst du mehr:

Die Veranstalter versprechen "erstklassige konsularische Betreuung durch die alarmierten Auslandsvertretungen und Sicherheitsdienste der Bundesrepublik Deutschland". Auf der Aktionswebsite kannst du angeben, ob du deine Geschwister mitbringen und ein Zimmer mit Meerblick willst.

Deine Aufgabe:
"Du löst eine diplomatische Krise zwischen der Bundesrepublik und Deinem Zielland aus. Du verunsicherst eine totalitäre Staatsregierung."

Die Preisverleihung für die besten Flugblätter soll am 29. Juni stattfinden, die Reise in die Wahldiktatur schon am 30. Juni. 

Aktionspartner ist vorgeblich das Bayerische Bildungsministerium, das die Reisen finanziert. Der Bayerische Staatsministers des Innern, Joachim Herrmann, erscheint sogar mit einem Grußwort auf der Startseite des Aufrufs.

Das ist natürlich Quatsch. Tatsächlich handelt es sich bei der Website um eine Kunstaktion.

Hinter dem Zentrum für Politische Schönheit stecken Künstler und Aktivisten um den Philosophen und Künstler Philipp Ruch. Die Gruppe hat schon häufiger Aufmerksamkeit mit politischen Kunstaktionen erregt (bento).

Unter anderem planten sie die Versteigerung von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier auf eBay (Süddeutsche Zeitung) oder drohten, geflüchtete Menschen hungrigen Tigern zum Fraß vorzuwerfen (Die Zeit). Eine Rettungsinsel für Flüchtlinge im Mittelmeer haben sie auch errichtet:

Die politischen Kunstaktionen sollen provozieren und zum Nachdenken anregen.

Nur echt sind sie nicht: Nach Syrien, Nordkorea oder Saudi-Arabien wird das bayrische Innenministerium also keine Schüler schicken.


Haha

22 Dinge, die du nur kennst, wenn du mal bei Vapiano warst

Vapiano, das ist Pizza, Pasta und Salat. Weltweit gibt es 185 Filialen, ein Drittel davon in Deutschland. Offenbar ist das Unternehmen einigermaßen erfolgreich. 

Nun will das Unternehmen expandieren, geht deshalb Dienstag an die Börse, dann kann man sich Pasta-Aktien kaufen (SPIEGEL ONLINE). Eine Aktie soll zwischen 21 und 27 Euro kosten (Handelsblatt, Wirtschaftswoche).  

Es gibt die Pasta-Anhänger, die den Kantinencharme schätzen, und es gibt Menschen, wie den TV-Moderator Micky Beisenherz, der die Kette als "Pastavorhölle" bezeichnete (Stern). 

Außerdem ist Vapiano die absolute Skandalnudel (höhöhö) unter den Systemgastronomen: Es gab Vorwürfe, dass die Nudeln schimmelig seien (Welt), sowie Berichte über schwierige Arbeitsbedingungen (Stern).