Ist es ein Scherz, eine schwarze Tasche vor die Füße von Passanten zu werfen, wegzurennen und das zu filmen? 

Der Youtuber Ahmad Ahadi alias "ApoRed" wurde heute wegen eines solchen Prank-Videos zu sieben Monaten auf Bewährung und 200 Arbeitsstunden verurteilt. Die Anklagepunkte lauteten Nötigung, Störung des öffentlichen Friedens und Körperverletzung.

Zum ersten Gerichtstermin im September war der Youtuber nicht erschienen. Deshalb saß er seit dem 4. Oktober in Untersuchungshaft.  (Waz)

Im Juli 2016 hatte Ahadi ein Video gedreht, in dem er im schwarzen Anzug eine Sporttasche zwischen Passanten wirft. Zuvor spricht er am Telefon mit einer Person, teilweise auf Spanisch, und wirkt, als würde er besprechen, wo er eine Bombe platzieren könnte.

An einem Bankautomaten wirft er die Tasche auf den Boden und sagt folgende Worte. 

30 Sekunden habt ihr alle Zeit. Rennt lieber, wenn euer Leben was wert ist.

Eine Zeugin wurde nicht darüber aufgeklärt, dass sie Opfer eines Streichs geworden ist. Sie äußerte heute im Laufe des Prozess, dass sie zu Hause zusammengebrochen sei. Andere erfuhren zwar anschließend vom Scherz, litten aber trotzdem länger an einem Schock. (Berliner Morgenpost)

Ahadi soll sich vor Gericht für sein Verhalten entschuldigt haben: 

Beim Videodreh ebenfalls dabei war Jan H., er hat die Aufnahmen teilweise gemacht: Er wurde zu 120 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt.

Ahmad Ahadi hat eine Reichweite von rund 1,2 Millionen Youtube-Abonnenten und 1,3 Millionen Follower auf Instagram. 

Auf Twitter finden Nutzer die Strafe zu milde und stellen infrage, ob das Urteil wirklich Nachahmer abhalten werde, solche Prank-Videos zu drehen. 

Pranks zu filmen und anschließend auf Youtube hochzuladen ist beliebt.

Die Streiche reichen von Fake-Telefonanrufen bei Freunden bis zum Stuhl wegziehen, wenn sich ein Passant im Einkaufszentrum gerade hinsetzen möchte. 

Mittlerweile haben die Scherze aber immer größere Dimensionen angenommen. So stellen sich manche YouTuber blutüberströmt tot oder kaufen angeblich Traumautos, womit sie ihre Freunde überraschen. Im vergangenen Jahr machten auch eine Reihe von Videos mit Horrorclowns die Runde – Menschen hatten Passanten nachts in Clownsmaske aufgelauert (bento).

Nicht nur ApoRed stand wegen seiner Videos unter Kritik. Auch gegen Leon Machère ermittelte die Polizei:


Trip

So machst du artgerechte Tier-Selfies
Eine NGO gibt Tipps gegen Tiermissbrauch.

Die Touristen fanden das Delfinbaby in der Nähe des Strandes an der Südküste Spaniens. Sie hoben es aus dem Wasser, gaben es ihren Kindern, machten Selfies. 15 Minuten später war das Tier tot. (n-tv)

Dieser Vorfall ereignete sich im August. Ein Jahr zuvor gab es die gleiche Situation in Argentinien in dem Badeort Santa Teresita (SPIEGEL ONLINE).