Bild: Getty Images / Ethan Miller

US-Präsident Barack Obama ist nur noch wenige Tage im Amt – und die Zeit des politischen Rückblicks beginnt. Obama war mal als Friedensnobelpreisträger gestartet, hatte aber zugleich Kriege in Afghanistan und dem Irak von seinem Vorgänger geerbt.

Ein Tweet zeigt nun die Bombenbilanz der USA für das Jahr 2016:
Von wem ist der Tweet?

Von Micah Zenko, einem US-amerikanischen Experte für Außenpolitik und Autoren beim Think Tank "Council on Foreign Relations" (CFR). Dort beschäftigt er sich vor allem mit Bürgerkriegen und den Drohneneinsätzen der USA.

Was sagt der Tweet?

Dass die USA mindestens 26.171 Bomben über sieben Ländern abgeworfen haben. Die große Mehrheit – etwa 24.000 – wurden über Syrien und dem Irak abgeworfen, also mutmaßlich vor allem im Einsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Dann folgen Einsätze in Afghanistan und Libyen, aber auch Ziele im Jemen, in Somalia und in Pakistan.

Im Vorjahr wurden etwa 3000 Bomben weniger abgeworfen, und Libyen war damals noch kein Ziel (CFR).

Was sagt der Tweet nicht?

Wie hoch die Zahl wirklich ist. Micah Zenko hat die Bombenabwürfe nur geschätzt. In einem CFR-Artikel schreibt er, dass diese Zahl "zweifelsohne" sehr niedrig ist. Aus folgenden Gründen:

  1. Das Pentagon gibt immer nur Luftangriffe als Einheit an, nicht wie viele Bomben während eines Angriffes abgeworfen wurden.
  2. Zuverlässige Daten gibt es nur für Einsätze in Libyen, Pakistan, Jemen und Somalia. Die Bombenabwürfe für Syrien und den Irak wurden anhand von Flugdaten geschätzt.
Warum ist der Tweet wichtig?

Die USA kämpfen in den aufgelisteten Ländern gegen Islamisten: Der "Islamische Staat" hat neben Syrien und dem Irak auch Stellungen in Libyen, in Grenzgebirge zwischen Afghanistan und Pakistan verstecken sich radikale Talibankämpfer, in Somalia agiert die islamistische Shabaab-Miliz und im Jemen das Terrornetzwerk Al-Qaida.

Gegen diese Netzwerke zu kämpfen, ist wichtig. Aber über das Wie muss diskutiert werden: Die USA bombardieren meist Häuser aus der Luft mit Drohnen. Oft ist dabei nicht geklärt, wer sich im Haus befindet – Zivilisten können bei dem Angriff sterben. Der Tweet erinnert uns an die Realität des US-Drohnenkrieges. Denn:

Der Drohnenkrieg wird weder transparent geführt noch ist er rechtlich ausreichend legitimiert.


Trip

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