Bild: Getty
Worum ging es?

Das WM-Finale in Russland zwischen Frankreich und Kroatien war ohne Frage spektakulär. Ein umstrittenes Eigentor, ein Elfmeter nach Videobeweis – und dann noch das: Mitten im Spiel schwenkten die Kameras ins Publikum. Im ZDF sprach Béla Réthy von "Störenfrieden"

Was ist passiert?

Im Fernsehen nur kurz sichtbar, rannten vier Personen in Polizei-Uniformen aufs Spielfeld. Dort umkreisten sie einige der Spieler. Unter anderem Kylian Mbappé gab einer der Frauen ein High-Five. Nach kurzer Zeit wurden die vier Verkleideten von Ordnern gestoppt und vom Rasen gebracht. Das Spiel ging weiter.

Wenig später meldeten sich Pussy Riot via Facebook und Twitter zu Wort – und reklamierten die Aktion im WM-Stadion für sich. In einer Mitteilung schrieben sie:

Vor ein paar Minuten sind vier Mitglieder von Pussy Riot im WM-Finale​ aufgetreten und haben das Stück "Der Polizist kommt ins Spiel" aufgeführt.

Außerdem stellten die Aktivistinnen sechs Forderungen auf:

Um was ging es?

Neben politischem Wettbewerb und der Freilassung politischer Gefangener forderten sie unter anderem das Ende willkürlicher Festnahmen auf Demonstrationen. 

Ob die Flitzer auf dem Spielfield wirklich Mitglieder von Pussy Riot waren, lässt sich bislang nicht sicher bestätigen. Die rasche und ausführliche Mitteilung auf Facebook spricht aber dafür. Bereits in der Vergangenheit hatten die Mitglieder der Punkrock-Gruppe mit ähnlichen Aktionen für Aufsehen gesorgt.

Welche Konsequenzen hat die Aktion?

Während des Spiels zeigte die FIFA-Bildregie, was sie von politischen Aktionen hält. Die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter den Kameras gaben sich wenig Mühe, die Szene genauer einzufangen. Im Fernsehen wirkte der Moment eher unspektakulär.

Doch gerade zum Finale der WM in Russland zeigte die Aktion doch etwas anderes: Auch im autokratischen Russland gibt es noch Menschen, die dem Sicherheitsapparat die Stirn bieten wollen. Nach wochenlanger WM-Perfektion in den Stadien ein wichtiges Zeichen. 

Auch vor der nächsten Weltmeisterschaft, die übrigens in Katar stattfinden wird.


Future

Kannst du diesen Menschen ansehen, was sie arbeiten?

Wie sieht wohl ein Grafikdesigner aus – und wie kleidet sich eine Physiotherapeutin? 

Wer sich durch die Stadt bewegt, sieht ständig Leute – doch bei den wenigsten erfährt man, was sie beruflich machen. 

Wir waren in Hamburg unterwegs und haben Menschen gefragt: Als was arbeitest du eigentlich? Kannst du erraten, was sie geantwortet haben?