Bild: Getty Images / Carl Court

Julian Assange ist seit Samstag vom Internet abgeschnitten. Die Regierung Ecuadors hatte Angst, dass er sich mit geheimen Veröffentlichungen zu stark in den aktuellen US-Wahlkampf einmischen würde – und hat daher den Internetzugang in der Botschaft in London erstmal gesperrt.

"Die Regierung Ecuadors vertritt den Grundsatz der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder, sie mischt sich nicht in Wahlprozesse ein, und sie unterstützt keine bestimmten Kandidaten", so das Außenministerium Ecuadors. Assange dürfe aber weiterhin in der Botschaft Asyl genießen. Gegen den WikiLeaks-Gründer gibt es einen Haftbefehl – er soll zu Vergewaltigungsvorwürfen befragt werden. Seit 2012 lebt er daher unter politischem Asyl in einem Zimmer der ecuadorianischen Botschaft in London.

Was hat WikiLeaks aufgedeckt?

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte in den vergangenen Tagen mehrere Mails veröffentlicht, die das Engagement der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton für die Investmentbank Goldman Sachs beweisen sollen. Auch wenn die Enthüllungen nicht neu waren – sie bringen Clinton im Wahlkampf erneut in Bedrängnis.

Die Demokraten werfen der Plattform einseitige Stimmungsmache vor: Seit Wochen veröffentlicht WikiLeaks Dokumente, die den Demokraten schaden. In einem Interview Anfang Oktober hatte Julian Assange bereits angekündigt, vor den US-Wahlen Enthüllungen zu veröffentlichen (SPIEGEL ONLINE).

Donald Trump, der für die Republikaner zur Wahl des US-Präsidenten aufgestellt wurde, nutzte die Enthüllungen immer wieder für Angriffe in Wahlkampfreden ("The Guardian"). Das FBI ermittelt, ob russische Hacker hinter dem Datenklau stehen ("Die Zeit" I).

Wie kam es nun zur Internetsperre für Assange?

Er wirft den USA vor, Druck auf Ecuador ausgeübt zu haben. US-Außenminister John Kerry solle sich Ende September mit Ecuadors Präsident Raffael Correa in Kolumbien getroffen haben – und dabei gefordert haben, die Veröffentlichung der Dokumente über Clinton zu stoppen. (Tagesschau)

Der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, bestreitet das. Zwar sei die Regierung seit langem "besorgt" über WikiLeaks, doch habe sie mit dem Kappen des Internets nichts zu tun. ("Die Zeit" II)

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Im Nordirak feiern die Menschen: Der IS wird zurückgedrängt

Die Menschen aus Karakosch jubeln. Am späten Dienstagabend wurde die mehrheitlich christliche Stadt im Irak befreit – befreit von der knapp zweijährigen Herrschaft der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Dschihadisten hatten Karakosch 2014 überrannt. Von den rund 50.000 Einwohnern waren Zehntausende geflohen. (BBC I)

Viele hoffen jetzt darauf, aus Flüchtlingslagern im Nordirak zurückkehren zu können. Sie tanzten ausgelassen auf den Straßen. "Wir mussten lange leiden", sagt ein geflohener Bürger aus Karakosch der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw.

Umso erleichterter feiern er und andere Bewohner jetzt: