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Es gibt eine Frage, die fast jede Frau schon mal gehört hat, weil sie sich nicht so benommen hat, wie Frauen sich angeblich benehmen sollten: "Warum flippst du so aus? Hast du deine Tage?"

Sie legt nahe, dass Frauen grundsätzlich Phasen haben, in denen sie unberechenbar überemotional sind und kaum in der Lage, rationale Entscheidungen zu treffen. Abgekürzt wird das "Prämenstruelle Syndrom" mit PMS.

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Seit der letzten Episode von Game of Thrones gibt es auf Twitter fast 2.000 Tweets, die darüber spekulieren, ob Daenerys daran leidet.

Dany goes crazy. As the mad king did before.

Viele Fans saßen fassungslos vor dem Bildschirm, als die "Sprengerin der Ketten" nach der Kapitulation von King's Landing (Königsmund) innerhalb von wenigen Sekunden entschieden hat: Von mir bekommt ihr keine friedliche Übernahme des Throns, von mir könnt ihr Feuer und Blut erwarten.

Und viele empfinden diesen Sinneswandel als Verrat der Autoren an der Drachenkönigin: Zu grausam, zu unnötig, so gar nicht ihrem Charakter entsprechend, heißt es da. Da kann die Erklärung ja nur in den komischen weiblichen Hormonen liegen!

Das stimmt natürlich nicht: Daenerys hat schon oft zuvor bewiesen, dass sie gnadenlos sein kann und das Zeichen einer öffentlichen Hinrichtung gern mal für sich sprechen lässt.

Es irritiert deshalb nicht, dass sie eine Stadt in Schutt und Asche legt – ein grausamer Massenmord ohne Rücksicht vor Zivilisten ist schließlich genau die Art von Grausamkeit, für die "Game of Thrones" gefeiert wird – aber wie die Autoren Dany durchdrehen lassen, bricht mein feministisches Herz.

Und damit sind wir beim Problem: Es ist nicht schlimm, dass die Frauenfiguren in dieser letzten Staffel sich nicht so benehmen, wie man es von ihnen erwartet hätte. Sondern, dass ihre Geschichten doch wieder in den gleichen alten Mustern erzählt werden wie schon so viele zuvor:

Daenerys

(Bild: HBO)

Nachdem sie sich aus dem Schatten ihres Bruders befreit hat, als Sexsklavin verkauft wurde, Drachen großgezogen hat, Städte eingenommen, Armeen unterjocht, Ehemänner beerdigt und Liebhaber zurückgelassen, kommt nun endlich der Punkt, an dem sie bricht. Weil sie nicht genug geliebt wird. Denn ja, man kann das Zerstören von Königsmund als Racheakt für ihre treue Beraterin Missandei interpretieren. 

Doch vor allem die Zurückweisung von Jon Snow (Jon Schnee) persönlich und die abstrakte Zurückweisung des Volkes, von dem sie "keine Liebe bekommt“, scheint sie zu dem Schluss zu führen, dann eben mit Angst regieren zu müssen. Ja, zugegeben, die Kombination aus Verlust und Zurückweisung ist für diesen Charakter bestimmt schwer zu ertragen. Aber muss es wirklich am Ende die unerfüllte Liebe sein, an der diese Frauenfigur zerbricht?

Sansa

(Bild: HBO)

Sansa ist von einem Mädchen, das seine Erfüllung in der Ehe gesehen hat, zu einer Frau herangewachsen, die sich ihre erkämpfte Macht nicht mehr nehmen lassen will. Als einzige stellt sie Daenarys die relevanten Fragen ("Was passiert mit dem Norden, wenn du auf dem Thron sitzt?") und schreckt nicht davor zurück, ihre Position zu verteidigen. Doch wem hat sie das alles zu verdanken? Wenn es nach den Autoren der achten Staffel geht, ihren Peinigern und Vergewaltigern. Denn wäre ihr all das nicht passiert, wäre sie vielleicht noch der kleine Vogel, der sie mal war, damals, in Königsmund. Das sagt sie zumindest zu Sandor Clegane.

Das ist natürlich eine Unverschämtheit. Kluge, starke Frauen, die Vergewaltigung und Missbrauch überleben, tun das, weil sie kluge, starke Frauen sind – nicht, weil sie "dank" des Missbrauches dazu wurden! (Wie auch schon vom Guardian und Jessica Chastain beschrieben)

Missandei

(Bild: HBO)

Von der Sklavin zur Beraterin der Königin hat auch Missandei eine steile Karriere hinter sich – und sich immer wieder als jemand bewiesen, der im richtigen Moment strategisch denkt (und übersetzt!). Dieser Figur keine weiteren Ambitionen zu geben, als nach dem Ende des Krieges nach Hause zurückkehren zu wollen, ist schon schwach. Sie dann in Handschellen enthaupten zu lassen, ist ein ehrloses Ende für die einzige größere schwarze Frauenrolle in der ganzen Serie. Und das nicht, weil der Tod ehrlos ist. Sondern weil ihre Rolle zu einer Randfigur reduziert wird, die zu nichts anderem dient, als den Zusammenbruch von Daenarys zu provozieren. 

Und nein, dieser Tod ist nicht mit Ned Starks Ende vergleichbar. Dessen Tod ist natürlich eine Hauptursache für alle folgenden Handlungsstränge, doch der Charakter selbst hat sich durch sein Verhalten glaubwürdig vor den Henker manövriert.

Brienne

(Bild: HBO)

Dass Brienne ihren Weg vor allem eingeschlagen haben soll, weil sie nicht traditionell hübsch genug für die klassische Laufbahn einer Lady war, war schon immer eine der größeren Schwächen bei der Konzeption dieses Charakters. Das konnten wir Zuschauer in der Zwischenzeit leicht vergessen, weil Brienne sich schnell als exzellente Schwertkämpferin, loyale Überzeugungstäterin und Ritterin, die sich von nichts schocken lässt außer Anzüglichkeiten, einen Platz in den Herzen erkämpft hat. Sie zum Schluss als Frau darzustellen, die mit allem klarkommt, nur nicht damit, von einem Mann verlassen zu werden, ist einfach unbefriedigend. Da hätte den Autoren doch wirklich eine kreativere Geschichte einfallen können. 

Das Ende macht den Unterschied

(Bild: HBO)

Klar, man kann jetzt einwenden, dass Arya den Heiratsantrag ganz lässig abgelehnt hat, und wahrscheinlich ist auch Asha Greyjoy weiterhin queer, tough und eine exzellente Herrscherin ihrer Inseln. Aber in der großen Bilanz sieht es schlecht aus für den Feminismus bei "Game of Thrones". Und das ist so traurig, weil die Hoffnungen mal so groß waren – weil es endlich mal eine Fantasy-Reihe gab, in der Frauen kämpften und sich verschwesterten, in der sie andere Ziele hatten als Ehemänner und andere Dinge auf der Wunschliste als Schmuckstücke.

Aber die komplexen Charakterbögen der Frauen flachen ab. Noch schlimmer kann es eigentlich nur werden, wenn zum Finale wirklich Jon Snow als "rechtmäßiger Herrscher" den Thron ergreifen sollte. Denn: Er hat jede größere Schlacht verloren, wurde ständig von Frauen gerettet und wollte nie auf den Thron. Aber: Am Ende muss es eben doch ein Mann richten. Oder?

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Style

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