Bild: bento
Wo sie herkommen – und was WhatsApp tun will.

WhatsApp möchte bunter werden. Aber wird zunächst erst mal: braun. Der Messenger-App hat vor kurzem Sticker eingeführt. Alle Nutzerinnen und Nutzer können nun Bildchen im Chat verschicken – aber auch eigene erstellen und in das WhatsApp-System laden.

Die ersten, die sich die WhatsApp-Sticker zunutze machten: Rechtsextreme.

In der App sind verfassungswidrige Symbole wie Hakenkreuze und SS-Runen aufgetaucht. Auch Hitler-Bildchen und Piktogramme vom Konzentrationslager Auschwitz gibt es. Das Jüdische Forum hat den Missbrauch auf Twitter aufgedeckt:

Der Verein hat sich in seinem Tweet auch gleich an WhatsApp gewandt und gefragt: Wie kann das verhindert werden?

Eine Antwort gab es nicht, ein Sprecher von WhatsApp teilte allerdings der "Bild"-Zeitung mit: 

Diese antisemitischen Sticker sind unakzeptabel und wir wollen sie nicht in WhatsApp. Wir verurteilen diesen Hass mit Nachdruck.

Der Dienst bittet daher Nutzerinnen und Nutzer, Sticker mit illegalem Inhalt zu melden, damit das Unternehmen gegen sie vorgehen könne. 

Mit Vorgehen ist gemeint: Die Stickersets werden gelöscht und die Konten der Ersteller werden gesperrt.

Fraglich ist, wie schnell neue Sticker auftauchen können. Zumindest einige der Bildchen gehören zu einem Set aus dem Game "Counter Strike: Global Offensive". Sie zu kopieren, ist für Rechtsextremisten kaum aufwendig.


Gerechtigkeit

Thüringer AfD verschickt Drohbriefe an Schulen, Landesregierung bleibt machtlos
Was in den Briefen steht – und warum sie nicht angreifbar sind.

Die AfD hat den Kampf mit den Schulen aufgenommen. Angeblich würden Lehrende in ganz Deutschland ihre Schülerinnen und Schüler beeinflussen – und einseitig gegen die AfD vorgehen. Kinder, Jugendliche und deren Eltern sollen daher auf eigens eingerichteten Meldeplattformen jede und jeden anzeigen, die sich gegen Rechts positionieren.

Unter anderem in Hamburg, Baden-Württemberg und Berlin gibt es schon solche Plattformen. Nicht immer funktionieren die Denunzierungsseiten allerdings so, wie die AfD sich das wünscht: