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Frauen sollen besser gewürdigt werden. Als erstes Bundesland wird Berlin deshalb den Internationalen Frauentag am 8. März voraussichtlich zum arbeitsfreien gesetzlichen Feiertag machen. 

Was ist passiert?

Endlich mehr Gerechtigkeit, was die Anzahl der Feiertage in den einzelnen Bundesländern angeht – und es muss dabei nicht immer um Religion gehen.

Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller hatte schon vor Monaten den Berlinern einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag versprochen (Berliner Morgenpost) – die Frage ist nur: welcher? 

Das rot-rot-grün regierte Berlin gehört zu den Bundesländern mit den wenigsten Feiertagen. Aktuell sind es 9, in Bayern dagegen 13. 

Nun will Berlin wohl den Internationalen Frauentag zum gesetzlichen Feiertag machen.

Wenige Tage nach der Linken und der SPD sprach sich am Mittwoch auch die Fraktion der Grünen im Abgeordnetenhaus mehrheitlich dafür aus. 

Die Linken hatten nach einer internen Debatte den 8. März als gesetzlichen Feiertag vorgeschlagen, weil er innerhalb der Partei und auch von außen oft als solcher vorgeschlagen wurde. Der Internationale Frauentag ist aus einer Arbeiterbewegung entstanden und hat eine lange, wichtige Tradition. 

Wie Thomas Barthel, Pressesprecher der Linken-Fraktion in Berlin, gegenüber bento erklärt, ist der Internationale Frauentag aber "schon längst keine reine linke Sache mehr. Wer sich die Veranstaltungen zum Frauentag in Berlin ansieht, der sieht, dass der Tag eine übergreifende Bedeutung für Frauen und Männer jeder politischer Richtung bekommen hat."

Die Grünen wollen dem Vorschlag nun höchstwahrscheinlich zustimmen. Das letzte Wort sollen die Delegierten eines Grünen-Parteitags am Samstag haben: Tizia Labahn, Pressesprecherin der Günen-Fraktion in Berlin, rechnet hier aber schon fest mit viel Zuspruch, wie sie bento gegenüber bestätigt.

Labahn erklärt, dass es den Grünen bei der Feiertagsdebatte wichtig ist, dass es nicht einfach nur einen zusätzlichen freien Tag für Berlin gibt, sondern einen Tag mit Bedeutung. Der Internationale Frauentag trifft da in der Partei auf viel Zuspruch.

In einer Erklärung sagen die Fraktionsvorsitzenden Antje Kapek und Silke Gebel von den Grünen: "Solange Gleichberechtigung und Gleichstellung nicht erreicht sind, werden wir Grünen am 8. März kämpfen und nicht nur feiern. Da die Entscheidung für einen weiteren Feiertag breit getragen werden muss, bringen wir, gemeinsam mit vielen weiteren grünen Funktionsträger*innen, am Samstag zu unserem Landesparteitag, einen Dringlichkeitsantrag dazu ein."

Wie geht es jetzt weiter?

Damit der neue Feiertag bereits im kommenden Jahr (weil der 8. März ein Freitag ist, 2020 wäre er ein Samstag) umgesetzt werden kann, muss nach der Abstimmung bei den Grünen bald ein entsprechender Antrag in das Abgeordnetenhaus eingebracht und beschlossen werden. 

Worum geht es beim Weltfrauentag?

Der 8. März ist bereits in 26 Ländern der Welt ein gesetzlicher Feiertag, darunter in Afghanistan, Armenien, der Ukraine und Vietnam. In China, Madagaskar und Nepal ist der Tag nur für Frauen frei. (International Women's Day)

Der Internationale Frauentag rückt seit mehr als 100 Jahren die Gleichberechtigung der Frauen in den Fokus. 

Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin hatte 1910 auf dem zweiten Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen "Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte" für Frauen gefordert. Sie schlug einen jährlichen Internationalen Frauentag vor. (International Women's Day)

Ein Jahr später, am 19. März 1911, gingen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz Frauen zum ersten Frauentag auf die Straße. Sie forderten das Wahlrecht für Frauen und mehr politische Teilhabe. In Deutschland wurde Frauen dieses Recht 1918 zugestanden. (Bundeszentrale für politische Bildung)

Auch heute noch erinnert der Internationale Frauentag an den Kampf um die Gleichberechtigung der Frau – denn es gibt auch 2018 noch viel zu tun: "Frauen leiden öfter unter Altersarmut als Männer, sind sie alleinerziehend, droht ihnen der gesellschaftliche AbstiegFrauen werden öfter Opfer von häuslicher Gewalt als Männer, sie bekommen weniger Gehalt als Männer, auch bei gleicher Leistung. Beschweren sie sich, heißt es oft, sie seien selbst schuld, sie würden schlechter verhandeln, die falschen Berufe wählen, die falschen Männer heiraten. Dabei ist es die Gesellschaft, die sie alleine lässt." (SPIEGEL ONLINE)

Mit Material von dpa


Today

Amazon stellt versehentlich Nutzerdaten ins Netz – redet sich jetzt raus
Was über die Panne bekannt ist.


Für den Onlinehändler Amazon ist es gerade die wichtigste Zeit des Jahres, die Cyber-Monday-Woche. Acht Tage lang, vom Montag vor dem Black Friday bis zum Cyber Monday danach, bombardiert der Konzern seine Kunden mit Angeboten, die mal günstig sind, mal nur günstig scheinen.

Seit Mittwoch allerdings bekommen einige Kunden von Amazon E-Mails, die so gar keine Einkaufsstimmung verbreiten.

In den Schreiben wird erklärt, "dass aufgrund eines technischen Fehlers versehentlich Ihre E-Mail-Adresse und ihr Name auf unserer Website angezeigt wurden." Mittlerweile sei der Fehler behoben und man selbst müsse nicht aktiv werden: "Es gibt keinen Grund, Ihr Passwort zu ändern oder sonstwie aktiv zu werden", heißt es in einer der E-Mails, die das Nachrichtenportal "betanews" veröffentlicht hat.

Was genau bei Amazon passiert ist, wo die fraglichen E-Mail-Adressen und Namen online einsehbar waren und wie lange sie dort zu sehen waren, ist ebenso unklar wie die Frage, wie viele Amazon-Kunden von dem Vorgang betroffen sind. Derzeit scheint nur sicher zu sein, dass Kunden weltweit von dem Vorfall betroffen sind.

Dem Tech-Portal "Techcrunch" erklärte ein Amazon-Sprecher auf Anfrage: