Bild: Bin Thi U / Unsplash
Ein Gastbeitrag

Feminismus ist unter Männern noch immer kein wahnsinnig beliebtes Wort. Viele denken dabei an verkniffene Frauen, die Männern nichts gönnen, alles verbieten wollen und einfach keinen Humor haben. Das ist nicht nur Quatsch, sondern auch sehr schade, denn wenn Männer Feministen sind, gewinnen dabei alle – auch die Männer.

Zu den Autoren

Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer sind Autoren, Aktivisten, Feministen. Sie setzen sich für ein geeintes Europa und eine gerechtere Gesellschaft ein. Sie sind deutsche UN Women #HeForShe Botschafter. Im November erschien ihr neues Buch, "#TunWirWas".

Hier sind drei gute Gründe, warum es sich für Männer lohnt, Feministen zu sein – mal ganz abgesehen davon, dass es natürlich das Mindeste ist, für eine gerechte Gesellschaft und Zukunft einzutreten, in der Frauen und Männer dieselben Rechte und Möglichkeiten haben. 

1 Feministen sind gesünder und glücklicher.

Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass Männer in Ländern mit hoher Geschlechtergerechtigkeit gesünder sind und länger leben als in weniger gerechten Gesellschaften. Lebensstile, die eher dem traditionellen Männerbild entsprechen, steigern demnach das Risiko für Herzkrankheiten, Krebs oder Diabetes. Das Modell des Mannes als Familienversorger steigert außerdem den Stress im Job.

Studien zeigen auch eine höhere romantische Zufriedenheit von Männern in gleichberechtigten Partnerschaften. Feminst zu sein macht also gesund und glücklich. 

2 Feminismus kurbelt die Wirtschaft an.

Die Beratungsfirma McKinsey hat 2015 den wirtschaftlichen Vorteilen einer gleichberechtigen Gesellschaft eine Zahl verpasst: Um zwölf Billionen Dollar (sprich: 12.000.000.000.000) könnte die Weltwirtschaft bis 2025 wachsen, wenn alle Länder Frauen die gleichen Möglichkeiten wie Männern einräumen würden. 

In der EU könnte ein höheres Level an Geschlechtergleichheit mehr als zehn Millionen Arbeitsplätze bis zum Jahr 2050 schaffen und den individuellen Mitgliedsstaaten ein Wirtschaftswachstum von bis zu zehn Prozent ermöglichen. (European Institute for Gender Equality)

Das gleiche gilt übrigens auch für Firmen und Unternehmen. So führt mehr Diversität in der Führungsetage zu allerlei Vorteilen: Sie sichert die langfristige Perspektive des Unternehmens und steigert die Wettbewerbsfähigkeit (McKinsey) und Firmen mit mehr Frauen in Entscheidungspositionen sind im Durchschnitt innovativer und anpassungsfähiger (Scientific American)

Irgendwie logisch, dass es ein Vorteil ist, nicht nur das Potenzial der Hälfte der Bevölkerung zu nutzen, sondern das von allen Menschen. 

3 Feminismus sichert Frieden und stärkt die Politik. 

Es gibt wenig Bereiche, in denen Frauen weiter hinter den Männern zurückliegen, als bei Zugängen zu Machtpositionen. Nur 24 Prozent aller Parlamentsangehörigen weltweit sind Frauen. Im Januar 2019 dienten gerade mal elf Frauen als Staatsoberhaupt und zehn als Regierungschefin. (UN Women

Was für eine verpasste Chance. Denn weder Wohlstand, noch Demokratisierung oder religiöse Identität sind der sicherste Indikator für die Friedfertigkeit eines Landes, sondern das Level an Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Wenn Frauen zum Beispiel in Friedensbildungsprozesse einbezogen werden, ist die durchschnittliche Aussicht auf Erfolg deutlich höher, als wenn nur Männer am Tisch sitzen. (UN Women) 

Und ein Extragrund: Wer kein Feminist ist, ist kein Ehrenmann. Punkt. 

Männer – vor allem weiße, heterosexuelle – haben im Vergleich zu Frauen wenig bis keine Diskriminierung zu befürchten. Sie werden in eine Gesellschaft hineingeboren, die sie sozial, ökonomisch, politisch und kulturell immer noch besser stellt. Das ist nicht ihre Schuld, aber auch nicht ihr Verdienst. 

Aus diesem Privileg entsteht die Verantwortung, Teil der Lösung zu sein und nicht Teil des Problems. Das Mindeste, was Mann tun kann, ist: zuhören, helfen und die eigene Position hinterfragen.

Viele Männer haben sich schon mal sexistisch benommen, einen doofen Spruch gebracht oder abfällig über Frauen gedacht. Das Gute ist: Jeder kann bei sich selbst anfangen und das ändern. 


Streaming

Blonde Strähnchen, bittere Tränchen: Die fünfte Folge von GNTM im Speed-Check
Das große Umstyling stand endlich an.

Vergangene Woche ging es für die Kandidatinnen der 14. Staffel von "Germany's Next Topmodel" endlich nach Los Angeles. Quasi von der Alm in die Luxusvilla. Viel Zeit zum Entspannen hatten Heidis "Määdels" aber nicht – das erste große Interview stand an. 

Hier gibt es den Speed-Check von "GNTM 2019", Folge 5:

Joy kommt mit einer einwöchigen Verspätung auch endlich in Los Angeles an, aber nicht alle freuen sich darüber. Okay, eigentlich freut sich niemand, aber dazu später mehr. Außerdem steht das an, wofür GNTM-Zuschauerinnen und -zuschauer fast schon leben: das große Umstyling. Ein Fest der Haare und der Tränen. 

Der Dialog, der alles sagt: 

Justine ist untröstlich, weil sie gut aussieht, aber laut Heidi Klum auch nur wegen ihres guten Aussehens weiterkommt. Eine Kandidatin möchte trösten:

"Du siehst so geil aus, du bist so High Fashion."

"Mh."

Der emotionale Tiefpunkt: 

Der erfolgt bereits am Anfang. Jasmin "Joy" kommt eine Woche später in Los Angeles an und möchte in der Villa ihre Mitstreiterinnen überraschen. Als sie das Wohnzimmer betritt, fallen die Reaktionen allerdings nicht so aus wie erwartet. Von einem geschockten "Oh mein Gott" bis hin zum "Ach du Scheiße" ist eigentlich alles dabei, nur keine angenehme Überraschung. 

Der emotionale Höhepunkt: 

Der Moment, als Theresia nach dem Umstyling stolpert und gegen den Spiegel knallt. Gänsehaut.