Bild: dpa; Montage: bento
Hier kommt keine Ausrede. Hier kommt ein Hinweis!

Jedes Jahr ist es das Gleiche: Völlig panisch renne ich am letzten Werktag vor Weihnachten durch die Läden und schwöre mir: Nächstes Jahr mache ich es anders.  

Deswegen setzte ich mich dieses Jahr mit dem Laptop ins Bett und klickte mich auf Amazon durch potentielle Weihnachtsgeschenke. Das bedeutete: kein Stress, keine überfüllte Innenstadt, mehr Zeit für Vorfreude auf das Weihnachtsfest.

Denn das ist es, was ich eigentlich schenken will: Freude. Aber die kommt bestimmt nicht auf, wenn ich vorher gestresst in Menschenmassen unterwegs war.  

Das war zumindest meine Ausrede, als ich entspannt meine Geschenke online bei Amazon suchte. 

Denn eigentlich weiß ich, wie schlecht der Onlineversandhändler seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behandelt. Die Gewerkschaft Verdi ruft regelmäßig zu einem Weihnachtsstreik auf und nicht nur dank der Reportage von Günter Wallraff und dem neuesten Lied von Böhmermann wissen wir, wie wie schlimm die Arbeitsbedingungen sind. 

Überstunden, schlechte Bezahlung – dort bestellen ist Sünde pur. Gefühlt bin ich deshalb der Einzige, der noch bei Amazon einkauft. 

Auf der Arbeit erntete ich jedenfalls verachtende Blicke dafür, dass ich dort bestellen wollte.

Dabei habe ich oft das Gefühl, dass das Problem nicht zu Ende gedacht wird. Die Arbeitsbedingungen der Menschen auf der Welt werden nicht besser, wenn wir Amazon boykottieren. Nicht Amazon alleine ist das Problem. 

Wenn wir beim Weihnachtsshopping Ungerechtigkeit vermeiden wollen, ist es zunächst egal, ob jemand die Pakete im Internet bestellt oder die Geschenke in der Stadt kauft. Irgendwo leidet jemand unter unserem Kaufverhalten. Denn auch die Arbeitsbedingungen in den Fabriken, die für diverse Läden in den Innenstädten produzieren, sind häufig nicht besser als die von Amazon-Mitarbeitern. 

Das ist kein Geheimnis. Eigentlich wissen wir, wie andere Menschen arbeiten müssen, damit wir günstig einkaufen können. Nur sehen wir diese Menschen nicht. Wir sehen nicht, wie schlecht sie bezahlt werden, wie lange sie am Band stehen. 

Dafür sehen wir aber den überarbeiteten Paketlieferanten auf der Straße. Hier findet die Ungerechtigkeit direkt vor unserer Haustür statt. Das sticht ins Herz und rüttelt unser Gewissen wach. 

Wie es der Fabrikarbeiterin oder dem Fabrikarbeiter von Opas neuem Weihnachtspulli geht, sehen wir hingegen nicht.  

Klar, ein 'Nein' zu Amazon ist richtig.

Konsequent wäre also, auch darauf zu verzichten, den Weihnachtspulli bei der Kette in der Innenstadt zu kaufen. 

Stattdessen sollten wir nach anderen Möglichkeiten suchen: Wer die Zeit hat – wie wäre es mit etwas Nachhaltigem oder Selbstgemachtem? Zum Beispiel einem Haselnusslikör? Den herzustellen ist nicht schwer und der lockert am 24. garantiert die Stimmung auf. 

Ich klickte Amazon irgendwann weg. Ich werde meiner Familie Theaterkarten schenken. Damit haben wir einen schönen Abend, das Theater freut sich über Zuschauer, und weder ein Versand– noch ein Fabrikmitarbeiter muss wegen meiner Weihnachtsgeschenke leiden. 


Grün

Jemand hat 25.000 Dollar gezahlt, um einen glitschigen Wurm nach Donald Trump zu benennen
Hinter dem Spaß steckt ein ernster Grund.

Der US-Präsident Donald Trump sieht seinen Namen gerne überall. Es gibt einen Trump Tower und Trump Hotels, es gibt Trump-Teddybären und Trump-Golfplätze. Nur die Trump-Stiftung wurde kürzlich aufgelöst (SPIEGEL ONLINE). 

Nun steht der Name Donald Trump auch auf etwas, was ihm nicht gefallen dürfte: einem wurmförmigen Wesen.

Wissenschaftler haben in Panama die neue Art entdeckt. Es handelt sich um ein beinahe blindes wurmförmiges Amphibium, eine sogenannte Blindwühle. Das Tier vergräbt sich gerne im Boden. Da neu entdeckte Lebewesen einen Namen brauchen, haben die Wissenschaftler die Benennung versteigert.

Der höchstbietende war die Firma EnviroBuild. Sie hat 25.000 Dollar dafür ausgegeben, das Würmchen Donald Trump taufen zu dürfen. Der offizielle Name lautet nun: Dermophis donaldtrumpi.