Bild: dpa/Nelson Antoine
Die Seite Weibo beugt sich dem Aufschrei seiner Nutzer.

Ein "heiteres und harmonisches Umfeld" – das möchte das chinesische soziale Netzwerk Weibo seiner Community bieten. Aus diesem Grund wollte das Unternehmen homosexuelle Inhalte künftig bannen. (bento)

Für diese Entscheidung wurde Weibo von Nutzern direkt vom kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" kritisiert. Die Zeitung forderte Toleranz gegenüber Homosexualität und Homosexuellen. (Tagesschau)

Also hat Weibo zurückgerudert: Die Säuberungsaktion ziele nun nicht mehr auf homosexuelle Inhalte ab.

Das teilte das Netzwerk am Montag mit. Der Grund für das Umdenken: die heftige Kritik vieler Nutzerinnen und Nutzer. 

Kurz nach Bekanntgabe des Vorhabens hatten sie unter den Hashtags #IAmGay und #ScumbagSinaHelloIAmGay protestiert. Mit Sina ist Sina Weibo gemeint, die Gründerin des Netzwerks. Weibo ist ein Kurznachrichtendienst, der ähnlich wie Facebook und Twitter funktioniert. Das Netzwerk hat mehr als 340 Millionen Nutzer. 

Viele teilten Geschichten und Bilder, die sich mit Homosexualität auseinandersetzen.

Die LGBTQ-Aktivistin Pu Chunmei teilte Bilder mit ihrem homosexuellen Sohn und schrieb dazu: "Mein Sohn und ich lieben unser Land, wir sind stolz, Chinesen zu sein. Aber heute habe ich die Ankündigung von Sina Weibo gesehen [...] sie diskriminiert und greift Minderheiten an – und das ist Gewalt!" (BBC)

Homosexualität ist in China seit 1997 straffrei – aber trotzdem nicht frei von Tabus. Teile der Gesellschaft lehnen Homosexuelle immer noch ab, Krankenhäuser bieten "Umwandlungstherapien". (Tagesschau)


Gerechtigkeit

Die CSU will psychisch Kranke künftig wie Straftäter behandeln

In Bayern wird derzeit ein Gesetz ausgearbeitet, mit dem psychisch kranke Menschen in Krankenhäusern festgesetzt werden können. Konkret geht es um den Aufbau eines flächendeckenden psychiatrischen Krisendienstes. Die Polizei könnte mit dem Gesetz gegen Kranke vorgehen – ohne dass eine Straftat vorliegt.

Der Gesetzentwurf wurde bereits im Januar erarbeitet, jetzt hat ihn das Kabinett von Ministerpräsident Markus Söder abgesegnet. (Bayerischer Verwaltungsreport/Staatsministerium für Gesundheit)

Bleibt das Gesetz unverändert, droht Depressiven und psychisch Kranken in Bayern dank der CSU künftig eine verschärfte Behandlung.