Bild: dpa
Die vier wichtigsten Fragen und Antworten zum Vorschlag.

Was will die CDU?

Teile der CDU wünschen sich die Wehrpflicht zurück. Der Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg, der auch Oberstleutnant der Reserve ist, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ): "Wir brauchen die Wehrpflicht, und sie soll für Männer und Frauen gelten". Es solle ein verpflichtendes Jahr für alle Schulabgänger geben, "und wer nicht zur Bundeswehr geht, kann es anderswo ableisten". 

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will die Wehrpflicht offenbar beim Bundesparteitag im Herbst als eines der großen Themen für das neue  Grundsatzprogramm der Partei beschließen lassen. Bisher ist noch nicht klar, ob sie einen verpflichtenden Dienst anstrebt oder einen freiwilligen Dienst, der Schulabgängern Anreize bietet – zum Beispiel in Form von Studienplätzen.

Warum will die CDU die Wehrpflicht?

CDU-Politiker Patrick Sensburg glaubt, man brauche angesichts einer "unsicheren Weltlage" eine Armee, die das Land verteidigen könne. Momentan basiert der Bundeswehrdienst auf Freiwilligkeit. Seit Jahren nimmt die Zahl der Rekruten drastisch ab, die Bundeswehr sucht verzweifelt nach Bewerbern (Tagesspiegel).

Ein weiterer Grund für das plötzliche Aufkeimen des Themas könnte das Umfragetief sein, in dem sich die CDU gerade befindet (SPIEGEL ONLINE). Denn jahrzehntelang war der verpflichtende Dienst an der Waffe für die Partei quasi ein Markenkern. Als er 2010 abgeschafft wurde, war das für viele Konservative in der Partei ein harter Schlag. Nun die Wiedereinführung der Wehrpflicht zu fordern, könnte der Versuch sein, wieder mehr konservative Wähler anzuziehen.

Was sagen die jungen Leute in der CDU?

Diejenigen in der Partei, die noch am nächsten an der betroffenen Altersgruppe dran sind, fordern statt der vorgeschlagenen Wehrpflicht ein "verpflichtendes Gesellschaftsjahr" für alle Schulabgänger in Deutschland. Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, sagte der "Bild am Sonntag": 

"Wir leben in einem wunderbaren, einem wohlhabenden Land. Ein Gesellschaftsjahr gibt die Möglichkeit, etwas zurückzugeben und gleichzeitig den Zusammenhalt im Land zu stärken."

Der Unterschied zum Vorschlag der Mutterpartei: Jede Person könnte frei entscheiden, ob sie den Dienst in der Bundeswehr oder in einer sozialen Einrichtung absolvieren möchte. Der CDU-Vorschlag sieht einen Fokus auf den Wehrdienst oder bestimmte, ausgewählte Organisationen wie das Technische Hilfswerk vor.

Mit der Abschaffung des Wehrdienstes verschwand auch der Zivildienst. Seitdem gibt es den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi). Doch die Zahl der Bufdis reicht an die Zahl der damaligen Zivis nicht heran. Das spüren vor allem soziale Einrichtungen, in denen ohnehin Personalmangel herrscht.

Was sagen alle anderen?

Die SPD ist den Vorschlägen gegenüber nicht komplett abgeneigt. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der "Bild am Sonntag": 

"Ich finde den Gedanken grundsätzlich nicht falsch. Weil die Union damals die Wehrpflicht überstürzt abgeschafft hat und damit auch der Zivildienst wegfiel, fehlen in vielen sozialen Einrichtungen diese Kräfte." 

Man werde dies jetzt intensiv diskutieren und sehen, ob es eine Mehrheit in der Bevölkerung dafür gebe. Auch SPD-Verteidigungspolitiker Fritz Felgentreu ist sich nicht sicher, ob das aktuelle System der Bundeswehr ideale ist: "Wir müssen eine gesellschaftliche Debatte darüber führen, ob wir auf dem heutigen Weg, die Bundeswehr möglichst attraktiv zu machen, tatsächlich die Personalzahlen erreichen, die wir für die Landes- und Bündnisverteidigung brauchen", sagte er der FAZ.

Aber es gibt natürlich auch viele Stimmen gegen die Vorschläge. 

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), sagte, eine allgemeine Dienstpflicht – entweder beim Bund oder in sozialen Bereichen – sei zwar eine "sympathische Idee". Allerdings sei so etwas verfassungsrechtlich schwer umzusetzen, denn: 

"Es gilt das Verbot der Zwangsarbeit."

Auch der Juso-Vorsitzend Kevin Kühnert ist nicht begeistert:

CDU-Verteidigungsexperte Henning Otte zweifelt ebenfalls an dem Vorstoß. Für eine leistungsstarke Bundeswehr brauche man keinen Zwangsdienst, sondern "motivierte junge Menschen, die längere Zeit bei der Truppe bleiben", sagte er. Und diese bräuchten "Karriereperspektiven, angemessene Vergütung und vor allem gesellschaftliche Anerkennung."

Harte Kritik kommt aus der Opposition. Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb auf Twitter, das Thema sei nur ein "trauriger Versuch" der CDU:

Mit Material von dpa


Grün

Die Dürre lässt die Weihnachtsbäume vertrocknen
Wie schlimm ist es? Drei Fragen und Antworten zu den Auswirkungen

In Deutschland ist es derzeit nicht nur außergewöhnlich heiß, sondern auch außergewöhnlich trocken. Das wird nun auch für Weihnachtsbäume zum Problem: Die Betreiber der Plantagen bangen um ihre jungen Bäumchen: "Aus den ostdeutschen Bundesländern, aber auch aus Norddeutschland erreichen uns Meldungen, wonach die Neuanpflanzungen zu 100 Prozent vertrocknet sind", sagte Martin Rometsch vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Millionen Jungbäume sollen betroffen sein.