Sie bedienen Frust und Angst, indem sie versprechen, gegen angebliche Feindbilder vorzugehen. Populisten inszenieren sich als Stimme des Volkes, als Retter, die es besser wissen. Viele ihrer Lösungsvorschläge sind in der Realität gar nicht umsetzbar.

Wie Populisten denken und handeln: Es kann schwierig sein, das zu durchschauen. Überhaupt: Wann ist jemand überhaupt ein Populist? Welcher Rhetorik bedient er sich? Wen macht er verantwortlich?

Ist jeder Populist wie Donald Trump? Ist Frauke Petry Populistin?

Für die, die sich das fragen, haben die beiden Künstler Boris Eldagsen und Sabine Taeubner ein Online-Projekt entwickelt: followyour.pet. Es zeigt viele, sehr viele lustige Katzen-Gifs. Und etwas Text: "Zehn populistische Strategien" und ein "Alphabet der Demagogie" sind darin beschrieben.

Katzen, die dir Populismus näher bringen – die Fotos und Gifs zum Klicken:
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"Wir wollen helfen, die Tricks der Populisten aufzuzeigen, damit es nicht mehr so leicht ist, sich von ihnen überlisten zu lassen", sagt Boris.

Wer Populist werden wolle, der solle zum Beispiel behaupten, dass das gute Volk von bösen Eliten regiert wird, schreiben Sabine und Boris ironisch auf der Seite. Ein Populist müsse ein Sprachrohr sein, das den Willen des Volkes kennt, er müsse an Verschwörungstheorien glauben, die Medien als "Lügenpresse" bezeichnen und von einer Opposition nichts wissen wollen.

Passend dazu: Katzen, die sich zu einer Bewegung formiert haben oder die sich an brennenden Hunden – also Gegnern – erfreuen. Katzen als Herrscher.

Katzen sind kultig, wir lieben sie, auf diesen Gifs und Fotos sind sie diejenigen, die wir hinterfragen sollen. "Die Katzen sind bunt, poppig und lustig", sagt Boris.

Und sie sind Multiplikatoren, die uns nicht fremd sind: "Sie sollen gemeinsam mit unserer Seite reisen, durch Messenger und Netzwerke."

Zum Nachlesen: Populismus à la Donald Trump – diese Sätze hat er wirklich von sich gegeben:
Über mexikanische Einwanderer sagte Trump:
Über Frauen, mit denen er Sex hatte:
Über sich selbst:
Über Hillary Clinton:
Über den IS und Obama:
Über eine Mauer zu Mexiko:
Über einen Chinesen, dem er eine Wohnung verkauft hat:
Über Politiker in Washington:
Über Verlierer:
Über Bio-Essen:
Über Schwarze:
Über seine Kindheit:
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Die Macher der Seite sprachen mit Aktivisten, Wissenschaftlern und Juristen, um Populismus zu verstehen. Dem Nutzer der Seite erlauben sie, sich spielerisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Rechtes Europa, rechtes Amerika, immer rechtere Welt – ja, das gibt es, vermittelt die Seite. Aber auch, dass es manchmal gut tun kann, der Gefahr mit Humor zu begegnen, der Angst mithilfe von Humor Herr zu werden.

Und was, wenn jemand auf die Seite gerät, der die Ironie nicht versteht? Der die Inhalte tatsächlich als Anleitung zum Populist-Sein begreift?

"Dann ist das so", sagt Sabine. Sie könne damit leben, nicht jeden erreichen zu können. Und Boris sagt: Jeder müsse selbst wissen, wie er die Inhalte der Seite einordnet.


Followyour.pet wird finanziert durch ein Stipendium der Städte Warschau und Berlin sowie der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.


Fühlen

Wie ein Hardcore-Fan die erste Gilmore-Girls Folge erlebte
Nichts für Fans, die die Folge noch gucken wollen

Ein Ende ist endgültig – meist. Sind wir bei den letzten Minuten eines Filmes angekommen, ist der Abschied brutal. Vor Jahren musste ich sie loslassen, meine Gilmore Girls. Ich kann mich gut an die letzten Minuten mit ihnen erinnern. Ich hätte beinahe geweint.

Glücklicherweise war dieses Ende nicht endgütig. Selten habe ich mich so auf das Klingeln meines Weckers gefreut wie an diesem Freitag: Die neuen Folgen von Gilmore Girls sind online. Für eineinhalb Stunden werde ich ein Stück Vergangenheit wiederbekommen.

Computer an, Film ab, mein Herz pocht.