Selten war ein Präsidentschaftskandidat bei jungen Wählern so unbeliebt wie Donald Trump. Am 8. November wählen die Amerikaner ihr 45. Staatsoberhaupt und nur 28 Prozent der 18- bis 34-Jährigen wollen für ihn stimmen ("Circle"). Zum Vergleich: Für Barack Obama sprachen sich vor der Wahl 55 Prozent der Millennials aus (Harvard IOP).

Die jüngeren Trump-Anhänger organisieren sich in sozialen Netzwerken, werben dort für ihn und verteidigen seine Behauptungen – die sich oft als falsch herausstellen (SPIEGEL ONLINE).

Hier berichten fünf Menschen, warum sie Trump unterstützen.

Jacob Briggs, 24, Fabrikarbeiter aus New York

Seit seiner Kandidatur bin ich Trump-Fan. Mir gefällt, dass er kein Berufspolitiker ist. Er lässt sich nicht den Mund verbieten und ist unabhängig von Konzernen und anderen Interessensgruppen. Er sagt einfach, was er denkt – egal, ob er jemanden beleidigt. Das macht ihn mir sympathisch. Er hat haufenweise Erfahrung als Unternehmer und wenn er ein Unternehmen leiten kann, dann ja wohl auch die Vereinigten Staaten.

Hillary auf der anderen Seite hat in ihrem ganzen Leben nicht einen Arbeitsplatz geschaffen. Das Einzige, was sie interessiert, ist ihre eigene Karriere. Meiner Meinung nach, ist sie kriminell und eine notorische Lügnerin.

Wenn Trump erst einmal Präsident ist, wird er den IS bekämpfen und Amerikas Grenzen sichern. Ich würde mir wünschen, dass er "Obamacare", also Obamas Reform des Gesundheitssystems, wieder abschafft und Clinton für ihre Verbrechen zur Rechenschaft zieht. Er soll das Militär wieder stärken, damit wir unser Land verteidigen können. Und ich will, dass Trump den verdammten Atomwaffendeal mit dem Iran aufkündigt.

Amerika soll wieder zur alten Größe zurückfinden.

Anne Budd, 20, College-Studentin aus Mississippi

Donald Trump traue ich alles zu. Er ist der Einzige, der die Vereinigten Staaten aus dieser tiefen Krise retten kann.

Zum Beispiel die Staatsverschuldung: Ich denke nicht, dass unsere jetzigen Politiker in der Lage sind, dieses Problem zu lösen. Außerdem finde ich es gut, dass Trump die Einwanderung besser kontrollieren will. Es kann schließlich nicht sein, dass Menschen illegal in unserem Land leben und von unserem Wohlstand profitieren.

Obwohl er keine politische Erfahrung hat, denke ich, dass er ein guter Präsident sein wird. Er hat schließlich als erfolgreicher Geschäftsmann gezeigt, dass er ein Unternehmen führen kann. Wir brauchen einen starken Anführer, der durchgreift.

Charlene, 18, arbeitslos, aus Missouri

Ich werde Trump wählen, weil er unser Land liebt. Er will endlich alle hart arbeitenden Amerikaner unterstützen und verlogene Politiker wie Hillary zur Rechenschaft ziehen. Besonders wichtig ist mir, dass er unser Recht verteidigt, Waffen zu tragen und keine Terroristen mehr ins Land lassen will.

Selbst wenn er nur die Hälfte von dem umsetzt, was er angekündigt hat, dann sind wir zehn Mal besser dran als mit Hillary. Sie ist seit dreißig Jahren in der Politik und hat nichts für uns getan. Warum sollte sie sich auf einmal ändern?

Sie hat bei dem Benghasi-Anschlag 2012 versagt. Sie hat als Außenministerin einen privaten Email-Account benutzt und ist nicht vertrauenswürdig. Zusätzlich ist ihre Gesundheit angeschlagen. Sie will Muslime einreisen lassen und uns dann auch noch die Waffen wegnehmen, damit wir hilflos sind. Ich denke, sie würde als Präsidentin unser Land zerstören.

Es interessiert mich nicht, was die Medien über Trump berichten. Und egal, was er früher über Frauen gesagt haben soll: Trump ist kein Sexist. Viele seiner Firmen werden von Frauen geführt und er bietet in seinen Hotels sogar kostenlose Kinderbetreuung an. Trump liebt sein Land und möchte reparieren, was Politiker über Jahrzehnte hinweg zerstört haben.

Michael Briggs, 24, Bandarbeiter bei KraftHeinz, aus Avon, New York

Trump ist ein Außenseiter, politisch inkorrekt und damit authentisch. Außerdem hoffe ich, dass er seine Erfahrung in der Geschäftswelt nutzt, um neue Jobs zu schaffen.

Trump ist der Einzige, der sich für unsere Verfassung und unser Land einsetzt. Er zeigt kein Erbarmen, ganz im Gegensatz zu Hillary Clinton. Sie denkt, dass wir mit unseren Feinden, wie dem Iran oder dem IS verhandeln oder sogar befreundet sein müssen. Zusätzlich ist sie eine Verfechterin dieser Political Correctness – das kotzt mich an.

Amanda Johnson, 30, Inhaberin einer Kinderbekleidungsgeschäfts, aus Dallas

Ich habe Trump immer als Unternehmer bewundert. Doch so richtig begeistert hat er mich erst, als er auf den schlechten Zustand der amerikanischen Wirtschaft aufmerksam gemacht hat. Ich glaube, niemand in Washington hat dieses Problem erkannt.

Trump spricht die wirklich wichtigen Themen an, wie die nationale Sicherheit. Als Mutter habe ich das Gefühl, dass unser Land nicht mehr sicher ist.

Trump versteht, was Amerika bewegt und setzt sich für uns ein. Zu viele Politiker haben bewiesen, dass sie sich nur für sich interessieren und nichts tun, was einem Durchschnittsamerikaner wie mir zu Gute kommt. Sie kommen mir vor wie Roboter.

Als Christin erhoffe ich mir von Trump, dass er konservative Richter ernennt und den zweiten Verfassungszusatz verteidigt, also, das Recht Waffen zu besitzen, damit wir uns weiterhin selbst beschützen können. Und er soll sich um unser Immigrationsproblem kümmern.

Deshalb unterstütze ich ehrenamtlich seine Kampagne und verbringe mehrere Stunden am Tag damit, Hillarys Lügen auf Facebook, Twitter & Co. aufzudecken. Sie ist korrupt, das hat sie immer und immer wieder bewiesen. Außerdem versuche ich, andere Leute in meinem Umfeld oder auf Facebook davon zu überzeugen, dass Trump ein gutes Herz hat und das die Medien ihn unfair behandeln.

Teste in unserem Quiz: Hättest du das Zeug zum Präsidenten?
Im Slider: Wofür steht noch mal Hillary Clinton?
Waffen: Für Hillary Clinton ist Waffengewalt in den USA eine "Epidemie". Sie setzt sich für strengere Gesetze ein.
"Wir müssen die Waffen aus den Händen derer wegnehmen, die sie nicht tragen sollten."
Klima: Sie will mehr erneuerbare Energie. "Wir schulden es den zukünftigen Generationen, gemeinsam gegen den Klimawandel zu kämpfen."
Bei der Außenpolitik setzt sie auf Verständigung: "Wir müssen mit muslimischen Gemeinden daheim und im Ausland zusammenarbeiten, statt sie auszugrenzen."
Immigration: Clinton will den Zuzug von Migranten erleichtern und ihre Integration verbessern. Unregistrierte Gastarbeiter sollen schneller US-Bürger werden können.
Innenpolitik: Für Clinton ist die ungleiche Behandlung von Schwarzen und Weißen eines der größten Probleme beim Thema Innere Sicherheit.
Außerdem fordert sie eine Justizreform: "Familien werden auseinandergerissen weil zu viele Menschen inhaftiert werden.“
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Und Donald Trump?
Waffen: Donald Trump ist Anhänger des "Second Amendment", das US-Bürgern das Recht auf Waffen zuschreibt.
Er ist gegen strengere Waffenkontrollen: "Gesetzestreue Menschen sollen die Waffen besitzen dürfen, die sie haben wollen."
Klimapolitik: Trump hält die Erderwärmung für eine Lüge und Klimaschutz daher für unnötig.
Außenpolitik: Trump hält die Kriege im Nahen Osten für einen Fehler und den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" für gescheitert.
Kriminalität: Trump fordert ein hartes Durchgreifen der Polizei.
"Wir müssen Recht und Ordnung zurückbringen. Illegale Migranten haben Waffen. Und sie erschießen Leute."
Immigration: Trump kämpft für ein verschärftes Einwanderungsgesetz und den Bau einer Mauer zu Mexiko.
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Die US-Wahl auf bento: Am 8. November fällt die Entscheidung, ob künftig Donald Trump oder Hillary Clinton das mächtigste Land der Welt regiert. Hier sind alle Beiträge

Grün

Vor der Antarktis soll weltgrößtes Meeresschutzgebiet entstehen
Eine Zone so groß wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen

Wale, Pinguine und Seehunde – sie können sich freuen. Denn dort, wo sie in der Antarktis leben, entsteht bald das weltweit größte Meeresschutzgebiet. Über 1,55 Millionen Quadratkilometer sollen besonders geschützt werden – das ist vier Mal die Fläche Deutschlands. 24 Staaten und die EU haben sich darauf nach jahrelangen Verhandlungen geeinigt. Im größten Teil des Gebietes soll Fischerei komplett verboten werden. (SPON)