In Deutschland leben 1,4 Millionen Menschen, die in der Türkei wählen dürfen.


Für die islamisch-konservative AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan könnte es wieder eng werden: Bei den Parlamentswahlen in der Türkei sehen Umfragen die Partei schon wieder ohne eigene Mehrheit.

Türkische Parlamentswahl in Hamburg

Das war schon bei der Wahl im Juni so, seitdem gibt es eine Übergangsregierung. Deswegen wird in zwei Wochen wieder gewählt. Schon jetzt können Stimmberechtigte außerhalb der Türkei daran teilnehmen. In Deutschland sind das 1,4 Millionen Menschen mit türkischer Staatsbürgerschaft. Jeder Dritte von ihnen ging im Juni wählen, das Ergebnis dürfte Erdoğan gefreut haben. Mehr als die Hälfte der Stimmen aus Deutschland entfiel auf ihn.

Wir haben die Abstimmung in Hamburg besucht und vier junge Menschen gefragt, warum sie die türkische Staatsbürgerschaft behalten, inwiefern die türkische Politik für sie hier in Deutschland relevant ist und was sie über die aktuelle Lage in der Türkei denken.

Mert Avci ist 19 und geht noch zur Schule. Er meint, es sei eine "Stolz-Sache" die türkische Staatsbürgerschaft zu behalten.

Gurbet Celik ist 28 und arbeitet als Friseurin. Sie hat bisher die doppelte Staatsbürgerschaft gehabt, will aber bald die türkische abgeben.

Deniz Grün ist 24, studiert und hat die doppelte Staatsbürgerschaft.

Zehra Özkan ist 19 und macht dieses Jahr ihr Abitur. Sie hat sich für die türkische Staatsbürgerschaft entschieden.

Laut verschiedenen Umfragen könnten sich die Stimmenverhältnisse ähnlich wie im Juni verteilen. Das bedeutet, dass man auch im November mit einer Koalition rechnen muss.

Die größten Herausforderer der bis Juni regierenden AKP (Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung) sind weiterhin die kemalistisch-säkulare CHP (Republikanische Volkspartei), und die pro-kurdische HDP (Demokratischen Partei der Völker). Während CHP eher wirtschaftliche Verbesserungen wie eine Erhöhung des Mindestlohns verspricht, will HDP sich für mehr Demokratie und Minderheitenrechte einsetzen.

Hier das Juni-Ergebnis aus der Türkei und Deutschland im Vergleich: