Heute ist Bundestagswahl. Wer keine Briefwahl gemacht hat, kann von 8 bis 18 Uhr abstimmen gehen. Personalausweis und Wahlbenachrichtigung einpacken und los geht's. Wer die Benachrichtigung verloren hat, kann auch ohne abstimmen.

Wir bestimmen heute, welche Parteien künftig im Bundestag vertreten sind und wer die Regierung stellen darf. In den Umfragen liegt die Union, also CDU und CSU, vorne. Es könnte gut sein, dass Angela Merkel wieder Bundeskanzlerin wird. Spannend wird es trotzdem.

Das sind die 5 dümmsten Gründe, nicht wählen zu gehen

Das sind die absolut dümmsten Gründe, nicht wählen zu gehen (laut Crowdspondent):

Posted by bento on Friday, September 22, 2017

Denn die Regierung stellt, wer eine Mehrheit im Bundestag hat. Wenn keine Partei eine eigene Mehrheit aufbringt, müssen Parteien zusammenarbeiten und eine Koalition eingehen – so wie zuletzt die Union mit der SPD.

Je nachdem, wie die Wahl ausgeht, könnte die Union mit der FDP zusammen regieren. Oder mit den Grünen. Oder doch wieder mit der SPD? Oder zeigen die Umfragen ein falsches Bild und am Ende reicht es doch für eine Koalition ohne die Union?

Und was ist mit der AfD? Schafft es die Protest- und Pöbelpartei mit ihren Rechtspopulisten und Rechtsradikalen in den Bundestag? 

Wie das mit der Erst- und Zweitstimme funktioniert, erklären wir hier in unserem Last-Minute-Wissen für die Bundestagswahl.

Wie die Wahl ausgeht, erfahren wir am Abend. Nach 18 Uhr werden die ersten Prognosen veröffentlicht. Für diese Zahlen werden Wähler gefragt, die gerade abstimmt haben.

Später am Abend gibt es dann die ersten Ergebnisse der ausgezählten Stimmzettel. So lange noch Wahlzettel ausgezählt werden, sind das Hochrechnungen, die im Laufe des Abends immer genauer werden.

Warum eine hohe Wahlbeteiligung dieses Mal besonders wichtig ist, erfährst du in unserer großen Recherche: Wir haben uns 94 AfD-Kandidaten näher angesehen. Das Ergebnis ist wirklich gruselig.


Gerechtigkeit

Wir waren mit Angela Merkel in Schwerin, wo sie von Neonazis empfangen wurde
Ein Land, zwei Realitäten – der Wahlkampf bringt sie zum Vorschein.

Es gibt, so scheint es oft in diesem Wahlkampf, zwei Bundesrepubliken: Die Bewohner der einen Republik fühlen sich bedroht von einer angeblichen Islamisierung. Sie fürchten sich vor einer Diktatur und dem inneren Zerfall. Die Bewohner der anderen sind vollbeschäftigt, sie sonnen sich in selbstzufriedener Stabilität trotz turbulenter Zeiten. Die beiden Gruppen treffen sich selten, höchstens in Talkshows. Dort streiten ihre Repräsentanten erbittert darum, was denn nun die Wahrheit sei. Aber beide Seiten haben eine Symbolfigur auserkoren:

Angela Merkel.

Auf die hier, vor dem Eingang der belasso-Halle in Schwerin, alle warten: Die Unterstützer und die Wütenden stehen in kleinen Grüppchen auf einem Parkplatz. Sie reden nicht miteinander. Kurz vor 18 Uhr, in wenigen Minuten soll die Kanzlerin ankommen, Menschen drängeln, die Security-Mitarbeiter rufen zur Ordnung. "Ruhe jetzt! Wer sich benimmt, kommt rein." Die Stimmung ist aufgeheizt.