In knapp zwei Monaten ist Bundestagswahl. Experten werden anwesend sein, um die Wahl zu beobachten. 

Nun sagt die AfD: Die Wahlbeobachter kommen dank unserer Initiative!

Die Parteivorsitzende Frauke Petry jubelte auf Facebook:

++ Erfolg für die AfD: OSZE schickt Beobachter ++ Die OSZE hat unserer Bitte um Unterstützung entsprochen und wird ein...

Posted by Dr. Frauke Petry on Dienstag, 1. August 2017

Die AfD selbst twittere auch darüber:

Was steckt dahinter?

Tatsächlich hat die AfD um Wahlbeobachtung gebeten. Im Mai ging ein entsprechender Wunsch an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die regelmäßig Experten zur Wahlbeobachtung in verschiedene Staaten schickt. (FAZ)

Der Vorwurf der AfD: Sie hat Angst, am Wahlkampf nicht "in uneingeschränkter fairer Weise" teilnehmen zu können. Wahlveranstaltungen und Wahlkämpfer würden von Aktivisten angegriffen, sie dadurch benachteiligt. (Ein Beispiel: Eine linke Spaßguerilla hatte Beatrix von Storch mit einer Torte beworfen.)

Und? Kam die OSZE auf Einladung der AfD?

Nein. Die OSZE hat tatsächlich die zu ihr gehörende Menschenrechtsinstitution ODIHR (das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der Organisation) gebeten, möglichen Unregelmäßigkeiten im Wahlkampf nachzugehen. Mitte Juli kam eine Delegation, um herauszufinden, ob Wahlbeobachter nötig werden (OSZE).

  • Sie kam allerdings auf Einladung der Bundesregierung. Bitten einzelner Parteien nimmt die OSZE nicht an.
  • Die Bundesregierung hat diese Einladung bereits im März ausgesprochen, zwei Monate vor dem Wunsch der AfD (Die Welt).
  • Und die Kommission hat auch nicht nur mit der AfD gesprochen, sondern mit allen großen Parteien.
  • Allerdings: In ihrem Bericht gehen die ODIHR-Gesandten auf die Anschuldigen der AfD ein.
  • Sie stellen jedoch fest, dass Angriffe auf Politiker "generell" angestiegen sind.
  • Im Fazit wollen sie Experten entsenden, sind sich jedoch sicher, dass die Wahl "integer" und "professionell" abläuft.
Die Behauptung der AfD, Wahlbeobachter nach Deutschland geholt zu haben, ist also gelogen. 

In die Wahlkampf-Strategie der rechtspopulistischen Partei passt es dennoch: Ihren Anhängern kann die AfD so suggerieren, in Deutschland laufe etwas schief – nun müssen sogar unabhängige Experten kommen, um den "Systemparteien" auf die Finger zu schauen.

Dass das so aufgefasst wird, spiegelt sich auch in Kommentaren im Netz wider:

1/12
Trotzdem kommen jetzt Wahlbeobachter. Also stimmt was nicht?

Nein, der AfD-Vorwurf ist Quatsch. Wahlbeobachter der OSZE gab es bereits zu den Bundestagswahlen 2009 und 2013. Die Bundesregierung lädt die Experten ein, gerade um zu zeigen, dass die Wahlen transparent verlaufen. Es handelte sich um kleine Teams, die nicht etwa Missstände aufdecken wollen – sondern eher ein Zeichen für die Demokratie setzen. 

Das sagt auch Michael Georg Link, der bis Ende Juni Direktor der ODIHR war, die nun die Kommission nach Deutschland geschickt hat. Die Einladung sei positiv zu bewerten, "da Deutschland durch seine Einladung ein Zeichen für Offenheit setzt, obwohl es keinerlei begründbare Zweifel am ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl gibt", sagte er der "Heilbronner Stimme"

Die AfD-Vorwürfe bezeichnet Link als "absurd"

Es werden keine Experten in die Wahllokale entsendet, "da es keinerlei plausible oder belastbare Hinweise für die Behauptungen der AfD für Manipulationen in den Wahllokalen gibt." 

Haha

Du erkennst am ersten Buchstaben einer Chat-Nachricht, ob du angelogen wirst

Du wartest seit Ewigkeiten auf deine Freundin, die angeblich "schon unterwegs" ist? Irgendwie hast du aber das Gefühl, dass etwas an dieser Nachricht nicht stimmt?

Was du jetzt tun kannst: Du rufst die Talkshow-Moderatorin Britt an und fragst, ob sie ihren Lügendetektor noch hat. 

Oder du schaust dir einfach den ersten Buchstaben der Nachricht an. Denn wenn du Glück hast, verrät dir dieser Buchstabe mehr, als du vielleicht glaubst.