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Am Sonntag wählt Österreich einen neuen Bundespräsidenten. Aussichtsreicher Kandidat für den Posten: Der bisher kaum bekannte Norbert Hofer von der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).

Was passiert am Sonntag?

Die Österreicher müssen erneut für ihren neuen Bundespräsidenten abstimmen – im ersten Wahlgang konnte keiner der angetretenen sechs Kandidaten eine absolute Mehrheit holen. Weil niemand über 50 Prozent der Stimmen kam, gibt es nun eine Stichwahl.

Anders als in Deutschland wird in Österreich der Bundespräsident direkt gewählt, für sechs Jahre. Der noch-Bundespräsident Heinz Fischer von der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) darf nicht noch einmal antreten, denn auch in Österreich kann der Bundespräsident nur einmal wiedergewählt werden.

Wer steht zur Wahl?

Von ursprünglich sechs Kandidaten sind zwei übrig geblieben: Alexander Van Der Bellen, der zwar zur Partei "Die Grünen – Die Grüne Alternative" gehört, aber als "parteiloser Kandidat" antritt. Er wirbt also nicht aktiv für seine Partei, wird aber von ihr unterstützt.

Van Der Bellen setzt sich für die Aufnahme von Flüchtlingen ein und hält eine Obergrenze für unmöglich. Er unterstützt die Homo-Ehe, die in Österreich erst seit kurzem möglich ist. Van Der Bellen wird von allen Parteien befürwortet – außer von der FPÖ. Im ersten Wahlgang kam er auf 19 Prozent.

Alexander Van Der Bellen, links, und Norbert Hofer, rechtsaußen(Bild: dpa)

Die Rechtspopulisten schicken Norbert Hofer ins Rennen. Der sieht sich als Konservativer – dabei wirken er und seine FPÖ von außen betrachtet so wie die AfD in Deutschland. Hofer kam in der ersten Abstimmung auf 35 Prozent. Die FPÖ will eine Minuszuwanderung, in Österreich lebende Migranten sollen das Land wieder verlassen. Ausländern sollen die Sozialleistungen entzogen werden. (Der Standard)

Wofür steht die FPÖ?

Die FPÖ lehnt "künstliche Gleichschaltung der vielfältigen europäischen Sprachen und Kulturen durch erzwungenen Multikulturalismus, Globalisierung und Massenzuwanderung" deutlich ab, Österreich sei kein Zuwanderungsland, kriminelle Ausländer sollen automatisch abgeschoben werden. Ein EU-Beitritt der Türkei wird grundsätzlich abgelehnt, genau wie die Zugehörigkeit zur Nato. Eine Familie kann nur aus "Mann, Frau und Kindern" bestehen, Quotenregelungen und Gender-Mainstreaming sei Unrecht am einzelnen Menschen. (bento)

Wie stehen die Chancen?

Die FPÖ mit ihren Ressentiments ist momentan im Aufschwung, Umfragen zufolge bekommt die Partei knapp 30 Prozent der Wählerstimmen. Hofer selber ging im ersten Wahlgang mit 35 Prozent als Sieger hervor. In der Stichwahl könnten sich nun Wähler für ihn entscheiden die vorher andere, bürgerlich-konservative Kandidaten gewählt hatten.

Die Stimmen von Andreas Khol (11,1 Prozent) und Richard "Mörtel" Lugner (2,2 Prozent) könnte Hofer bekommen. Am schwersten würden die Stimmen von Irmgard Griss wiegen. Die unabhängige Kandidaten, früher Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, bekam im ersten Wahldurchgang knapp 19 Prozent und hatte auch Wähler aus dem bürgerlich-konservativen Lager. Griss selber hatte Van Der Bellen gewählt. (Krone, Der Standard)

Welche Rolle hat der Bundespräsident in Österreich?

Ähnlich wie in Deutschland ist der Bundespräsident das Staatsoberhaupt in Österreich. Er darf die Bundesregierung ernennen und erlassen und darf Nationalrat und -tag entlassen. Anders als der deutsche Bundespräsident darf er kein Veto bei Gesetzen einlegen, er muss diese als Staatsnotar unterzeichnen. Außerdem ist der österreichische Bundespräsident der Oberbefehlshaber über das österreichische Bundesheer. (bundespraesident.at)

Was passiert noch in Österreich?

Anfang des Monats ist der bisherige Bundeskanzler Werner Feyman zurückgetreten (bento), am Donnerstag hielt sein Nachfolger Christian Kern von der SPÖ seine erste Rede im Parlament. (Krone)

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